Sounds Good To Me – The Sounds am 20. Juli 2010 in Frankfurt

Es ist halb neun und wir stehen auf einem kleinen Gleis am Eschersheimer Bahnhof. Die Umgebung ist uns vollkommen unbekannt, wir sind zum ersten Mal hier. Wir gehen einfach mal gerade aus und erspähen schon von Weitem ein altes Wrack von Gebäude. Die Batschkapp, aha, so sieht sie also aus. Wir hatten es leider nie vorher geschafft, den In-Club der alternativen Szene zu besuchen. Auf dem Gelände sammeln sich schon ein paar Leute, quatschen und rauchen noch eine. Wir fühlen uns sofort wohl. An der Wand hängt das Promotion-Poster des Konzerts. 5 aufgestylte Personen mit Poser-Brillen. Das sind eben The Sounds.Wenn man die Treppen besteigt, befindet man sich auf einem kleinen Vorhof vor dem Haupteingang. Hinten wird Merchandise verkauft, hier vorne stehen Leute und trinken ihr Bier bevor es rein geht. Es herrscht eine entspannte Atmosphäre, keine 200 Leute drängeln sich auf einmal in den Saal rein. So was ist ein großer Vorteil gegenüber der Jahrhunderthalle in Frankfurt oder Stadthalle in Offenbach. Wir begeben uns auch rein. Der Saal ist rot gestrichen, oben hängen Kronleuchter und eine fette Discokugel. In der Mitte steht das Mischpult, drum herum chillen sich die Jugendlichen auf den Boden oder bleiben an den Seiten stehen. Keine Hektik. Der Raum ist ein bisschen größer als die Räucherkammer im Schlachthof und cooler eingerichtet. Wir gehen sofort zur kleinen Bühne, ohne zu drängeln und bleiben genau in der Mitte stehen. An der Wand ist ein riesiges Sounds-Poster aufgehängt, das Cover der ersten Platte. Die Bühnentechniker verteilen Seltersflaschen und Becks auf das Schlagzeug-Podium und sogar eine Flasche Rotwein mit Glas aufs Klavier. Da muss einer aber mächtig Durst haben. Es ist schon neun Uhr und die Techniker probieren entspannt die Instrumente aus. Es sollte schon längst anfangen. Neben uns pöbelt eine, die zu viel Jägermeister getrunken hat, aber ganz nett ist. Sie ist extra aus Düsseldorf angereist, um das Exklusiv-Konzert der Sounds hier zu sehen. Sie hat die Band vor zwei Tagen auch schon gesehen. Wahrscheinlich ist sie so eine Art Sounds-Groupie.

Endlich um halb zehn gehts los. Es wird dunkel und Fredrik, Johan, Felix, Jesper und Maja erklimmen die Bühne. Alle sind gut gelaunt und heizen dem Publikum ein. Maja trinkt schnell noch ihr Bier und stellt sich in Pose. Sie trägt mal wieder nur das Allernötigste. Lederhotpants, durchsichtiges Oberteil plus schwarzen BH, Lederjacke drüber und schwarze Stilettos. Sex meets Rock´n Roll. Als erstes geben sie „Tony the Beat“ zum besten und fordern die Menge zum Mitklatschen auf. Die nicht weniger durchgestylten männlichen Bandmitglieder klimpern entspannt an ihren Instrumenten rum. Als nächstes folgt „Queen of  Apology“ vom zweiten Album, explosiv wie die ganze Show. Langsam tritt der Schweiß auf und es wird heißer und heißer. Bei „No One´s Sleeps When I´m Awake“ geht die Masse richtig ab, jeder gröhlt den Refrain mit. Maja hält das Mikrofon in die Menge und setzt ihr Poser-Gesicht auf. Multiinstrumentalist Jesper hat inzwischen zur Gitarre gewechselt und reiht sich in das Trio ein. Maja ist schon klitschnass und geht mit hochrotem Kopf in die Hocke. Trotzdem tanzt sie weiter und feuert die „Motherfuckers“ an. „Hurt You“ wird zum Anmachsong der Frontfrau, die Felix beschmußt und unter das Hemd von Jesper geht. Beide Gitarristen singen ebenfalls und Jesper schwingt mit eitlem Blick das Mikro. ( Was kann dieser Typ eigentlich nicht?? ). „Midnight Sun“ geht etwas ruhiger zu dank Jespers Klavierbeitrag. Bei „Night after Night“ haben Schlagzeug, Gitarre und Bass erstmal Pause und Jesper begleitet Maja am Klavier. Wen wunderts. Maja hat sich eine Zigarette angezündet und wir holen alle unsere Feuerzeuge raus. Für drei Minuten kommen wir alle kurz mal runter vom Rumspringen. Das Gitarrengedröhn von „4 Songs & A Fight“ bringt die Menge dann aber wieder richtig zum Toben und Maja witzelt mit ihren Boys rum. Alle sind von oben bis unten nass, aber das bringt uns nicht davon ab, weiter abzugehen. The Sounds sind für ihre gute Show bekannt und das merkt man. Sexy Maja, die nicht umsonst mal zum hottesten Rockstar gekürt wurde, agiert immer mit ihrem Publikum und heizt ihrer „fuckin´Crowd“ richtig ein. Bei „Beatbox“ taut sogar der etwas versteinert wirkende Bassist Johan auf und rockt seine Gitarre. Der Bass dröhnt von allen Seiten und wir alle raven mit. „Tell me do you feel it?“ Das Gitarrensolo von Felix bringt den ganzen Saal zum beben, die Köpfe werden vom Sound durchbohrt. Die richtige Dröhnung. Mit dem Hit „Painted by Numbers“ geht es weiter unddie Frauen batteln sich gegen die Männer, wer am lautesten na na na singen kann. Wir verlieren leider. „Living in America“ wird zum Höhepunkt der Show, als Maja kurzentschlossen in die Menge springt, dicht an uns vorbei und nach hinten getragen wird. Irgendwie haben wirs gewusst, dass so was kommt. Die Frau hat eben zu viel Power. Sofort springt der Bühnentyp hinterher und die Security-Leute bringen die Sängerin wieder auf die Bühne. Cool wars trotzdem. Eine lächelnde Maja fängt mit dem vorletzten Song an. Noch einmal gibt die Band volle Power und die beiden Schönlinge trommeln sogar auf so Stehteilen. ( Wie man die nennt, weiß ich nicht). Einfach eine super Show.

Die Masse wirbelt und tanzt. Dann verabschiedet sich die Band schweißgebadet und geht von der Bühne. Wir alle brüllen euphorisch Zugabe und paar Minuten später kommen die schwedischen Entertainer wieder. „You´re awesome. Thank you“, haucht Jesper ins Mikro, worauf Maja erwidert, dass er awesome sei. Die Menge johlt. “ And thank you so much for catching me, I appreciate that“, fügt Maja hinzu. Wir grinsen. Jeder geht wieder auf seine Position und Maja brüllt in die Menge „Are you guys feeling happy? Because I hope you´re fucking happy now, Bitch!“ Das war mal ne Ansage. Die Bühne wird ein letztes Mal gerockt, die „fucking Crowd“ geht ab, die Gitarren werden noch mal so richtig heiß und Maja bewegt ihre durchtrainierten Beine. Hier drinnen sind es 100 Grad, aber das ist egal. Wir jumpen noch einmal bevor der letzte Ton durch die Gitarre springt.  The Sounds applaudieren für ihr Publikum und Maja schüttelt paar Fans vorne rechts noch die Hände. Dann ist alles vorbei. Der Bühnentechniker schmeißt noch die zum Teil angebrochenen Seltersflaschen in die Menge und verteilt das übrige Becks. Ein zusätzliches Plus. Wir verlassen irgendwann klitschnass und erschöpft  den Raum, aber wir sind echt happy now.

Ausschnitt von „Night After Night“ (Sonjas Video)

http://the-sounds.com/

http://www.myspace.com/thesounds

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