Zwischen Wohnzimmer und Stadion

Es fand also schließlich doch statt: Nachdem das Madsen-Konzert eigentlich ja schon im Mai sein sollte und es wegen der Handverletzung des Sängers Sebastian erst einmal auf unbestimmt verlegt worden war, gaben sich Madsen und Eternal Tango als Vorband also jetzt erst im November die Ehre: vor einem größeren Publikum als ursprünglich geplant, denn von der Batschkapp in Frankfurt war man umgezogen in die etwas größere Hugenottenhalle in Neu-Isenburg. Ein Grund dafür, dass die Band immer Neu-Isenburg und Frankfurt grüßten – es hatten sich auf ihre Nachfrage hin auch mehr Frankfurter unter den Anwesenden gemeldet.

Zuerst waren aber Eternal Tango dran, die ich schon mal live gesehen hatte und die wie damals auch schon bewiesen, dass sie es einfach drauf haben. Ich glaube ich habe noch nie eine Vorband erlebt, die dem Publikum derartig einheizten wie Eternal Tango. Der Eintritt hätte sich alleine schon für sie gelohnt.
Etwas schade eigentlich, dass dann erstmal eine längere Umbauphase folgte, als Madsen schließlich die Bühne enterten waren wir nämlich schon fast wieder kalt geworden.

Die Wendländer konnten dann mit einer gelungenen Mischung aus alt und neu, Freundlichkeit, Show und Ironie absolut überzeugen.
Es ist ein Phänomen der Madsen-Texte, dass sie immer mitsingbar sind – obwohl ich ihre Alben echt selten höre, kann ich immer jedes Lied komplett auswendig mitsingen.
Das Mitsingen forcierte Sänger Sebastian auch, in dem er das Publikum immer wieder anfeuerte noch lauter zu singen und alles zu geben. Mitunter war mir das sogar ein bisschen zu viel des Guten, es heizte aber naturgemäß die Stimmung ordentlich an.
Insgesamt beherrschte Sebastian das Spiel der Menge wie ein Vollprofi. Lustigerweise reagierte das Publikum auch hauptsächlich nur auf seine Ansagen, Gitarrist Johannes Madsen hatte mit seinen nicht so viel Erfolg.

Sänger Sebastian Madsen ist auf der Bühne zuhause

Passend zur Location (irgendwas zwischen kleinem Club und großer Halle) war schließlich auch der gesamte Auftritt, es war irgendwas zwischen Stadionrock und Wohnzimmerkonzert, einheizende Parolen wechselten sich mit lockeren Plaudereien mit dem Publikum ab.
Von den Alben spielten sie glücklicherweise alles durchmischt, auch die älteren Songs kamen nicht zu kurz und machten eigentlich noch mehr Stimmung als die vom neuen Album. Sogar den Wunsch aus dem Publikum nach einer B-Seite erfüllte Sebastian Madsen, wenn gleich er „Shoppen gehen“ nur bis zur Hälfte ungefähr spielte, da er sich an den Rest nicht mehr erinnern konnte.
Aktionen wie diese waren über das gesamte Konzert verteilt und machten auch richtig Spaß. Sebastian warf einen Schellenkranz in die Menge und forderte von der jungen Dame, die ihn gefangen hatte, und die er daraufhin, da er den Namen nicht verstanden hatte, nur noch „Ingo“ nannte, dass sie auch schön im Takt zu den Liedern spielen sollte. Der Schellenkranz wanderte dann durch das Publikum, Ingo schien immer wieder woanders zu sein. Zudem war der 10.11. nicht nur irgendein Tag, es war der Geburtstag des Schlagzeugers Sascha Madsen, dem seine Bandkollegen/Brüder auf der Bühne ein Geschenk „überreichten“: ein Miniaturschlagzeug auf dem er Sebastian zu Hello Again begleiten sollte, denn: Das ist dein Geburtstag, da musst du jetzt durch! Schließlich durfte er es aber kaputt machen und die Einzelteile ins Publikum schleudern.


Sascha und sein Geburtstagsgeschenk

Sehr cool war auch die Coverversion ihres Lieblingssongs Where Is My Mind? von den Pixies. Ich bin selber nicht so ein Fan der Originalversion, Madsen interpretierten das Stück aber sehr schön.
Im Endeffekt bewiesendie Jungs und das Mädel (Keyboarderin Lisa, die erst seit diesem Jahr dabei ist) ziemliches Durchhaltevermögen,  denn der Auftritt ging mit einigen Zugaben knapp 2 Stunden lang – im Gegensatz zu den Fans, die sich zu dem ruhigen Lied Obenunten kurzerhand aus Bequemlichkeit hinsetzten, weshalb Sebastian den Song kurzerhand abbrach, als ihm dann auch noch eine Seite riss und zu Nachtbaden überging, mit dem das Konzert dann auch endete.

Die Jungs der Vorband verteilten draußen noch Sticker und Autogramme und ein gelungener Abend ging zu Ende…

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2 Kommentare

Eingeordnet unter Live

2 Antworten zu “Zwischen Wohnzimmer und Stadion

  1. tz xD längere Umbauphase. Also diese Umbauphase war echt ok. Hab schon längere erlebt.
    und du hast diese lustige „Pose“ vergessen xD
    aber Ingo macht das wieder wett 😉
    madsen haben echt ganz gutes durchhaltevermögen. an green day müssen sie aber noch rankommen xD
    aber besser als billy talent. die waren letztes jahr ja einfach nur erbärmlich, silverstein als vorband waren besser als billy talent selber. das ist schon peinlich xD
    hast du überhaupt die erlaubnis diese fotos/videos reinzustellen? copyright-rechte? XD

    • Sonni

      Naja, bin ja froh, dass es nicht so ne Megashow war, wie Green Day sie machen, sowas ist mir dnan nämlich doch zu übertrieben 😉
      Klar hab ich die Copyrights, das Bild hab ich ja selber gemacht =)

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