Of Snow, Colours and MGMT

MGMT. Stahlwerk. Düsseldorf.
Das war nicht einfach nur ein Konzert.
Ich werd es immer mit Kälte, Schnee und Schlafversuchen im Zug assoziieren – was aber jetzt nichts Schlechtes über das Konzert an sich aussagen soll.
Wir hatten eben einfach nur ein ausführliches, kaltes Rahmenprogramm.
Gemütliche Zugfahrt hin, halben Tag im kalten und schneienden Düsseldorf, merkwürdige Vorband, MGMT(!), ewiges Warten im McDonalds am Düsseldorfer Hauptbahnhof, fast 4-stündige Zugrückfahrt irgendwann nachts.
Denn aus irgendeinem Grund hatten die Veranstalter es extrem eilig, uns alle aus der Halle zu kriegen, mit noch ein bisschen im Warmen sitzen und auf den Zug warten war also leider nichts.

The Smith Westerns scheinen den selben Friseur zu haben

Aber genug des Gemeckers. Nachdem wir die Vorband ertragen hatten (Smith Westerns mit zu leisem Mikro, überstylte Langhaarklone, relativ langweilig) durften wir also Andrew VanWyngarden und Ben Goldwasser plus ihrer Crew  live und in Farbe (und bunt) bestaunen.
Es ging gleich gut los mit Of Moons, Birds and Monsters. Zuvor war die Band in gleißend grünes Licht getaucht auf die Bühne getreten. Dieses, seine Farben ab und zu wechselnde, Licht und ein buntes, leicht verstörendes Video das auf der Bühnenleinwand lief, waren die einzigen „Showelemente“ des Konzerts, die Band gab sich auch relativ schlicht was die Kleidung anging, wer bunte Kostüme mit wirren Perücken erwartet hatte, lag komplett daneben. Einzig Andrews coole türkisgrüne Gitarre mit Leo-Prints versehen und seine lange Goldkette mit dickem dreieckigen Anhänger zogen die Blicke auf den Sänger und ließen den unscheinbaren Ben im Regen stehen.
Meiner Meinung nach passte dieser Stil jedoch sehr gut zum neuen Album Congratulations, was akustischer und psychedelischer ist als sein Vorgänger, bei dem eine große Konzertshow in einer riesigen Halle besser gepasst hätte.
Ebenso wie das neue Album als komplettes Album veröffentlicht wurde, was eigentlich keine Singles enthalten soll, wurde das Konzert gestaltet. Da wurde auch einmal der 11minütige Song Siberian Breaks, auch eines der Albenhöhepunkte, gespielt oder andere Songs durch mehrminütiges Jammen in die Länge gezogen.
Ansagen fürs Publikum waren Mangelware und wenn, dann waren sie aufgrund von Andrews Nuscheln total unverständlich. Es störte nicht.
Die ganze Band wirkte zeitweise wie in Trance, aber in einer positiven Trance als wären sie gerade ganz eins mit der Musik. Und sowas ist immer ansteckend. Ein geiles Gefühl.

Andrew ist ganz konzentriert auf seine coole Gitarre

Den alten Hit Kids spielten die New Yorker schließlich als Zugabe Playback , als sich Andrew und Ben nur mit dem Mikro bewaffnet erstmals als Entertainer gaben, was das Publikum auch begeistert mitriss. Ich denke, die haben sich selber ein bisschen auf die Schippe genommen.
Insgesamt gab es glaub ich kaum einen Song der beiden Alben, den sie nicht spielten, zusätzlich gab es noch den, nur Insidern bekannten, Song Destrokk und das Cover Only a Shadow (ursprünglich von The Cleaners from Venus).

Insgesamt war es eben wirklich ein Konzert und nicht nur eine Show, das einen die Musik spüren ließ und daher wirklich Spaß machte.
Dafür hat sich der Kälteschock, der uns draußen wieder erwartete, doch gelohnt.

mehr Fotos vom Konzert gibt’s hier!

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