Back To The 80s – „Angles“ von The Strokes

Eins der bedeutendsten Comebacks für dieses Jahr haben wohl The Strokes zu verzeichnen. Mit ihrem neuen Album Angles knüpfen sie an die Erfolge ihrer Vorgängeralben an. Ihr neuster Streich seit 5 Jahren Auszeit kletterte auf Platz 3 der US Billboard Charts. Die erste Single Under Cover of Darkness erinnert an den typischen rauen Garage-Sound vom Debüt Is This It (2001). Doch was steckt hinter dem Werk, auf das viele Fans so lange warten mussten?

Julian Casablancas hat diesmal seinen Solo-Songschreiber-Posten abgegeben und arbeitet nun im Team mit den anderen Bandmitgliedern. Daher auch der Albumtitel, da alle fünf Mitglieder an der Entstehung der Songs beteiligt waren. Man bemerke dennoch das obige Foto, auf dem Julian etwas abseits von den anderen steht. Er gibt immer noch den „Diktator“, wie er manchmal genannt wird. Dazu passt auch, dass Casablancas erst ins Studio kam zum Singen, als alles andere schon fertig war. Nick Valensi bezeichnete die Zeit der Aufnahmen als „furchtbar“ und er wolle nie wieder so lange eine Pause machen, bis das nächste Album fertig ist. Das Warten hat sich aber gelohnt.

Den Anfang macht das großartige Machu Picchu, tropischer Minimal-Pop mit 80er Flair, ganz nach Pet Shop Boys und Co. Casablancas gibt dem ganzen mit seiner harten Stimme eine rauhe Note. Under Cover of Darkness, die Lead-Single des Albums gibt sich in voller Garage-Manier und wird von Kritikern als eines der besten Stücke seit langem bejubelt. Wie auf Is This It spielt die Band schnell-spritzigen Garagen-Rock mit fröhlicher Gitarren-Dominanz. Two Kinds of Happiness liebäugelt wieder mit Synthie-Pop und knüpft an alle Disco-Zeiten an. You´re So Right schlägt düstere Elektro-Töne auf und Casablancas Stimme begibt sich auf Echo-artigen Sphären. Der Song wirkt an manchen Stellen wie ein maschinelles dämpfendes Geräusch, doch das macht es so anders wie alle bisherigen Strokes Lieder. Angles zeichnet sich durch Abwechslung und Vielfalt aus, mal mehr Rock, mal mehr Synthie-Pop. Die New Yorker wirken auch nach über zehn Jahren Bestehen musikalisch reifer als noch vor paar Jahren.

Das groovige Taken By A Fool, von Nick Valensi geschrieben, kehrt wieder zum klassischen Garage-Sound zurück. Games kann als galaktische Pop-Ballade überzeugen. Julians Wunsch, eine 80er Synthie-Platte wie sein Solo-Album zu machen, wird hier hörbar. Call Me Back, das als nächstes ausgekoppelt werden soll, ist das langweiligste Stück auf der Platte und überzeugt mit monotonen Tönen nicht wirklich. Gratisfication und Metabolism werden wieder etwas rockiger, gehören dennoch zu den schwächeren Songs der Platte. Der letzte Track Life Is Simple In The Moonlight gleicht den kurzen Schwachpunkt wieder aus. Nette Melodie, ruhiger Casablancas und harmonisches Gesamtkonzept.

The Strokes haben nach sehr langer Pause eine frische und abwechslungsreiche Platte abgeliefert, die schwer die New Wave Zeit hochleben lässt. Der rauhe und schnelle Sound von den vorherigen Alben ist einem poppigeren gewichen. Ob Angles die beste Platte ist, darüber lässt sich streiten. Eins steht wohl nicht zur Diskussion: 5 Jahre sind viel zu lang, um auf die nächste Strokes-CD zu warten!

Taken By A Fool live in der David Letterman Show ( Julian mal ohne Sonnenbrille):

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