Weniger ist mehr – Cat´s Eyes in Köln

Diesmal nicht im heiligen Vatikan, sondern Mitten im Kölner Gewerbegebiet geben Faris Badwan und Rachel Zeffira ihr Deutschland-Debüt. Im alternativen Gebäude Neun versammeln sich die paar Leutchen, die abseits riesiger Konzerthallen in Genuss guter Musik kommen wollen. Köln, München und Berlin sind die drei Stationen auf der Tour von Cat´s Eyes. Das Publikum kann man an den Händen abzählen, aber die Stimmung ist entspannt. Faris und Rachel sitzen draußen gelassen auf einer Bank; er klimpert noch bisschen an seiner Gitarre rum und interessiert sich für nichts, was um ihn herum passiert.

21 Uhr. Jools Hunter aus Berlin erstaunen mit ihrem Esoterik-Art-Pop und tauchen in ihrer Klangwelt unter. Es ist erst ihr zweiter Auftritt. Die paar technischen Pannen sind entschuldigt. Die Musik bewegt sich zwischen Experimental, Elektro und Dream-Pop mit Tendenz, gleich abzuheben. Zweiter Auftritt und schon Support-Act für Cat´s Eyes – Nicht schlecht.

Cat´s Eyes schauen sich den Auftritt hinten beim Mixpult an, bevor sie selbst die Bühne betreten. Cat´s Eyes ist passenderweise Opener. Badwan spielt in Jeansjacke konzentriert Gitarre, während Zeffira schuhlos das Keyboard bedient. Die Bühne ist voll von Musikinstrumenten. Die klassisch ausgebildete Zeffira spielt Orgel, Klarinette, Keyboard und bei I´m Not Stupid  sogar Xylophon. 60s Pop mit Klassik-Note. Der Gig verläuft ziemlich unspektakulär. Beide sagen natürlich nichts zum Publikum, außer höflich Thank You zum Ende jedes Liedes. Zwei Covers gibt es auch noch dazu. Lucifer Sam von Pink Floyd als zweiter Track und The Crying Game von Dave Berry. Leider ist The Best Person I Know nicht auf der Set-List.

Eine kleine Interaktion erlaub sich Faris dann noch. Nach Sunshine Girls wirft er schön die nassen Rosen aus dem Blumentopf in die Menge und geht von der Bühne. Danke! Rachel taucht kurz wieder auf und spielt zum Schluss alleine das romantische  Love You, Anyway. Dann ein Thanks a lot und weg.

Nach weniger als einer Stunde ist das Konzert schon vorbei. 13 Tracks wurden ohne viel Schnickschnack gespielt .Von einem Hintergrundbild oder üppig bunter Beleuchtung konnte nicht die Rede sein. Cat´s Eyes stehen wohl mehr auf die schlichte Variante, aber Hauptsache ihre Girlsgroup-Musik erfrischt unsere Gemüter. I Say: Back to Understatement.

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