Archiv der Kategorie: Style Issue

The Horrors im Style-Check

http://www.myspace.com/thehorrors/photos

Runde zwei, und wer könnte besser als die fünf dunklen Londoner hier rein passen? Bei dem Wort „Horror“ fällt mir  Tod, Blut, gruselige Monster und unheimliche Orte ein. Wer also so einen Bandnamen hat, kann natürlich nicht auf Gut-Jungen machen und nerdige Karohemden anziehen. Da muss alles her, was das Image vom bösen, düsteren Rocker perfektioniert. The Horrors sehen natürlich nicht aus wie Freddy Krueger, aber ihr Look ist ein Mix aus stylisch und düster zugleich.

Frisuren: Das ist wohl definitiv das erste, was bei den Jungs ins Auge springt. Für ihr erstes Album Strange House verpassten sich die Styler ihren markanten Look. Bei Sänger Faris `Nase´ Badwan und Gitarrist Joshua Third sahen die Haare aus, als wären sie auf Dauer mit Strom aus der Steckdose versorgt worden. Vogelnest und Vogelscheuche gleichzeitig würde ich sagen. Die restlichen drei kamen mit noch anständigen halblangen Haaren daher. Zwar trug Keyboarder Rhys diesen furchtbaren Pilzkopf-Schnitt mit überlangem Pony, aber wer auffallen will, dem darf nichts zu schade sein. Haarfarbe ist bei allen dunkel, blond wäre für einen „Horror“ wohl eher unpassend.

Seit Primary Colours ist der Horrors-Look etwas braver. Die Musik ist nicht mehr so verzerrt und chaotisch wie beim Debüt und die Band hat zu Kamm und Schere gegriffen. Die Jungs können wieder ,dank kürzerem Pony, etwas sehen und die Haare stehen nur noch in eine Richtung ab. Welche Wunder einfachste Style-Tools vollbringen können!

Kleidung: The Horrors verkörpern den perfekten androgynen Indie-Look. Angefangen bei den ultraengen Skinny-Jeans, in die wirklich nur Bohnenstangen wie die fünf Jungs passen und die nach einem Kilogramm mehr auf den Rippen vermutlich platzen würden. Nun gut, sie können es ja tragen. Ins Auge springt auch der protzige Gürtel mit Silberschnalle, den die fünf gerne tragen und schon zu einer Art Markenzeichen geworden ist. Obenrum trägt man(n) am liebsten schwarze Hemden mit langem Schal oder Krawatte, dazu Biker-Lederjacke oder auch ein eng anliegendes Jackett. Beim ersten Album setzte man nur auf diesen Look, alle komplett in schwarz mit Skinny ( bei Faris gern auch mal zerlöchert) und mit Kragenhemd, Weste und Jacke aufgemotzt. Rock meets Retro. 2009 griffen die Engländer auch dann mal zu Marine-Hemden oder sogar bunte Farben ohne viel Schnick Schnack. Die Zeiten des Goth-Looks waren vorbei und The Horrors kleideten sich zwar schlichter, aber immer noch androgyn und stylisch. Ich bin wirklich gespannt, wie das nächste Album wird.

Accessoires: Eine Kategorie, die bei den Horrors noch hinzukommt. Am Anfang ihrer Karriere vervollständigten dicke, lange Silberketten und Totenkopf-Ringe das düstere Aussehen und die Jungs experimentierten mit schwarzem Kajal. Jetzt sind sie quasi „reifer“ geworden und verzichten auf all zu gespenstisches Make-Up und Schmuck. Dennoch tut das dem Style keinen Abbruch. Faris steht ziemlich auf seine coole Doctor´s Bag, die er stolz bei Red Carpet Events präsentiert und Rhys liebt Leo-Prints. Das Spiel zwischen männlich und weiblich ist aber auch so eine Sache. Der eh sehr weiblich wirkende Keyboarder kleidet sich dann so, dass es seine Androgynie noch mehr betont. Nicht unbedingt immer vorteilhaft, ist aber Geschmackssache.

Schuhe: Wie nennt man noch mal diese spitzen Dinger, die alle Typen in den 60-ern trugen? Ach ja, genau, Chelsea Boots, gehypt damals durch die Beatles. The Horros sind wohl Stammkäufer dieser fast gefährlich spitzen Schuhe, da sie unübersehbar Dauerbegleiter der Boys sind. Diese Styler-Schuhe, geliebt von der Indie-Szene, passen aber auch perfekt zum Retro-Rock-Chic der Band. Joshua mag die weiße Variante am liebsten, die anderen halten sich an schwarz. Ich glaube, wenn man so einen Schuh ins Gesicht geworfen bekommen würde, könnte das ganz schön wehtun. Für die braucht man ja fast einen Waffenschein, so lang sind die vorne!

Farben: Schwarz, schwarz und nochmals schwarz. Kommt mir auch passend vor, wenn man The Horrors heißt. Von Kopf bis Fuß in dieser Farbe präsentierten sich The Horrors bei Foto-Sessions für ihr Debütalbum. Manchmal trug der eine oder andere auch weiß oder rot im Mustermix, aber sonst grundsätzlich schwarz. Rosa gepunktete Hemden zu gelben Hosen würde das Image vom düsteren Indie-Rocker logischerweise zerstören. The Horrors wissen eben genau: Black is Beautiful.

Fazit: The Horrors sind einfach individuell. Sie spielen ,außer supercoole Musik, perfekt mit ihrem Düster-Image. Die britische Mode-Szene liebt sie längst  und sie wissen, wie man sich inszeniert. Die Haare sind zwar etwas gewöhnungsbedürftig und ich bin nahezu neidisch auf diese megadünnen Beine, gleichzeitig aber auch etwas geschockt wenn ich Fotos sehe. Ihr Look ist eben einfach schaurig schön.

Gruselig: She Is The New Thing aus Strange House (Ich finde das Video immer noch eklig…)

Neue Mukke, neuer Style: Mirror´s Image aus Primary Colours….. und die gute alte Hochwasserhose kommt zum Vorschein…

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Style Issue

The Drums im Style-Check

http://www.myspace.com/thedrumsforever/photos

Musik und Mode gehen heutzutage Hand und Hand. Das spürt man vor allem bei den jetzt angesagten Indie-Bands, die mit ihrem durchgeplanten Aussehen ein bestimmtes Image pflegen. The Strokes haben es vorgemacht. Anfang der Nuller-Jahre verabschiedete sich die Musik-Szene vom Techno-Neon-Look und fünf Jungs kamen in abgewetzen Röhrenjeans und Chucks an, was den Style vieler nachfolgenden Indiebands revolutionierte.

2010: The Drums sind eine DER Bands momentan, an denen man nicht vorbeikommt. Nicht nur ihr Retro-Indiepop kommt gut an, sondern auch ihr Fifties-College-Look, der geplant ungeplant aussehen soll. Zwar ist Adam Kessler leider nicht mehr dabei (Komm zurück!!!), aber erinnern wir uns an die Zeit, als sie noch vollständig waren. Vier Kategorien unter der Lupe:

Frisuren: Bei den Drums wird nichts dem Zufall überlassen. Alle vier tragen den Fifties-Kurzhaar-Look mit abrasierten Schläfen, was wiederum an die 80er erinnert. Zwei unterschiedliche Mode-Jahrzehnte in einer Frisur vereint- schon jetzt trägt fast jeder Styler von heute diesen Look. Lange Haare sind ja so was von 2000er…Passenderweise haben Connor und Adam lockiges Haar, Jonathan und Jacob glattes, so dass die perfekte Symmetrie herrscht. Schon deswegen muss Adam zurückkehren, weil ein dritter mit glatter Frisur unmöglich dabei sein kann! Die Frisur ist also schon mal voll im Trend.

Kleidung: Der spannendste Teil sind natürlich die Klamotten. Damit sind die New Yorker verständlicherweise ganz vorn. Schon im ersten Video Let´s Go Surfing fällt auf, dass College-Pullies und Hochwasserhosen Markenzeichen der Band sind. Ja, diese schmal geschnittenen 3/4 Hosen haben es den Jungs besonders angetan und verstreuen einen Hauch Rock´n Roll. Zeiten von Billie Holiday und Elvis Presley erleben damit  ihr Revival. Besonders Sänger Jonathan findet Gefallen daran, seine Hosen mit dicken, weißen Socken zu kombinieren. Kann aussehen wie Camper auf Wohnwagen-Reise, tuts meistens auch, aber dem, wie ich finde, sehr weiblichen Sänger steht es irgendwie. Ich muss mich immer etwas an diese zu kurzen Hosen gewöhnen, aber das macht die Drums eben aus. Die lange Röhre ist nun knallhart auf Platz 2 verwiesen. Down By The Water ist wohl das Paradevideo für den Drums-Style. Wie aus dem Ei gepellt mit Kragenhemd und natürlich Hochwasserhose ( wie sollte es auch anders sein) machen die vier große Gesten. Da glaubt man ihnen doch gerne, wenn sie singen: If you fall asleep down by the water, Baby I carry you all the way home. Die letzte Schnulze, aber schön.

Das Image des trendigen College-Boy vervollständigen Pullis und T-Shirt mit irgendwelchen Logos drauf oder in die Hosen gesteckte Hemden. Connor liebt dazu seinen rote Bomberblouson, Jonathan kann nicht ohne seine Jeansjacke. Es würde mich nicht wundern, wenn die Jungs bald als Models für irgendeine Retro-Modemarke arbeiten würden. Der Fifites-Look ist schon mal perfekt inszeniert.

Schuhe: Wie die Oberteile müssen auch die Accessoires für die Füße stimmen. Jonathan bevorzugt seine schwarzen Adidas-Sneakers, die er, wie erwähnt, mit weißen Wollsocken kombiniert *Schluck*. Die anderen tragen entweder schwarz-weiße Dandy-Schuhe oder Chelsea-Boots, perfekt in der Retro-Manie. Egal, zu welchem Anlass, die Drums sind von oben bis unten lässig gewollt gestylt.

Farben: Eine allgemeine Kategorie zuletzt. Die New Yorker präsentieren sich farbenfroh, mal in gelben Hemd, grünen Pulli oder rotem Shirt (Conners Lieblingsfarbe ist definitiv rot). Muster sind ebenso erlaubt wie Streifen-Looks. Trotzdem wird nicht wild durcheinander kombiniert, sondern Jeans zu Karohemd oder schwarze Stoffhose zu College-Pulli. Boyisch, aber trotzdem elegant und gepflegt. Well done.

Fazit: The Drums sind mit ihrem Aussehen Prototypen des amerikanischen Fifties-Revival-Looks mit Dandy-Touch. Trotz der komischen Hosen haben sie Gespür für Stil und passen sich mit den Klamotten ihrem Surf-Indiepop  an. Nicht nur ihre Musik ist cool, sondern auch ihr Faible für den Retro-Style. Daumen hoch.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Style Issue

No Go: Mark Ronson als Platinblond-Schopf

Der Erfolgsproduzent kann sich ja momentan alles erlauben; Bessere Hälfte von Amy Winehouse, Nummer eins- Solokünstler mit Bang Bang Bang und so weiter. Aber dieser neue Frisurenstyle mit platinblondem Haar geht ja mal gar nicht. Erstens sollte man, wenn man von Natur aus dunkelhaarig  ist, nicht sofort zum hellsten Blond überhaupt greifen, um nicht billig zu wirken und zweitens kann es bei einem 35 jährigen Mann schwer bescheuert aussehen. Der Blondschopf sieht so künstlich aus, das es in den Augen wehtut. Ronson könnte fast schon glatt als Opa durchgehen mit dieser Farbe. Keine Ahnung, was diesen Typen zu dieser Radikalveränderung getrieben hat. Ich denke, man ist sich einig, dass er sich schleunigst wieder umfärben sollte. Back To Brunette, please!!!

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Style Issue