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Remix und Original

Covern war gestern, remixen ist heute. Inzwischen, da sich Remixe wie der The Magician Remix von Lykke Lis I Follow Rivers besser verkaufen als das Original, hat die elektronische Neuverarbeitung von Songs ihren Weg aus den verschiedensten Clubs gefunden und findet sich inzwischen überall in der vernetzten Medienwelt wieder – im oben genannten Fall sogar im Fernsehen (der Magician Mix war Themensong bei ran-Fußballübertragungen).

Aber was ist das Besondere an solchen Remixen? Eine Verbesserung würden es wohl nur wenige nennen. Meistens vielleicht eher eine „Vertanzbarung“ – das tritt gerade dann auf, wenn die Remixe bis auf einen unterlegten elektronischen Beat kaum anders klingen.
Wenn man sich jedoch in der Musikszene so umschaut, dann geht es meistens nochmal um etwas anderes – nämlich um das Tribut zollen. Songs von befreundeten Bands einen neuen Anstrich geben, gute Musiker bekannter machen oder einfach ein Teil seines persönlichen Lieblingssongs werden – das sind meistens die angestrebten Ziele eines Remixes. Oft wird auch munter hin und her gemixt oder Mixe ausgetauscht – so wie bei den Crystal Fighters und Pony Pony Run Run, die ihre gegenseitig ihre Hits von 2011 remixten. Den ganz eigenen Style einer Band in den Songs einer anderen wieder zu finden ist dabei natürlich am interessantesten und deshalb hier eine kleine Übersicht über das Hin-und Hergemixe in der Indie-Elektro Szene:

WhoMadeWho – Inside World

Remix von Digitalism

FM Belfast – Par Avion

Remix von I Heart Sharks

I Heart Sharks – Wolves

Remix von Cobra Starship (=“Pleasure Ryland Mix“)

The Rapture – Sail Away

Remix von Digitalism

Bloc Party – The Prayer

Remix von Hadouken!

Hadouken! – Crank It Up

Remix von Does It Offend You, Yeah?

Two Door Cinema Club – I Can Talk

Remix von Crystal Fighters

Crystal Fighters – At Home

Remix von Pony Pony Run Run

Pony Pony Run Run – Hey You

Remix von Crystal Fighters

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Elektronischer Folktanz auf 231 qm – Crystal Fighters live in Darmstadt

Es ist 22 Uhr. Vor der kleiner Halle neben der Technischen Universität haben sich insgesamt sechs Leute versammelt, die den Eingang betreten. Nach der Ticketkontrolle geht es in den ersten Raum, wo freundliche Mitarbeiter Getränke ausschenken und ein Kleiderständer als Garderobe dient. Auf eigene Haftung hin. Das 603 qm ist ein kleiner Veranstaltungsclub, der sich in zwei Räume gliedert. Er ähnelt etwas der Batschkapp in Frankfurt. Noch ist es ziemlich leer. Es sind gerade mal 10 Gäste anwesend. Der zweite Raum, in dem sich die Bühne befindet, ist abgedunkelt. Mittendrin steht das Pult, das für Licht- und Soundeffekte zuständig ist. Die Bühne ist ganz im Fighters-Style dekoriert. Trockene Sträucher verzieren das Bühnenbild und von der Decke hängen glänzende eckige  Kristallkugeln herab. In der Mitte thront die Discokugel, die in allen Farben glitzert. Im hinteren Teil der Bühne steht ein quadratischer Kasten, der mit einer Decke zugedeckt ist und sich später als die berühmte Txalaparta herausstellen wird. Ein großer Mann im grauen Hemd betritt die Bühne. Es ist Graham, der Gitarrist der Fighters. Er checkt die Pedale für die E-Gitarre. Kurz darauf erscheint Sänger Sebastian, der das Bühnenbild begutachtet. Dass die Band sich selbst um die Bühnenorganisation kümmert, ist nachvollziehbar. Sie sind eben noch nicht sehr bekannt in Deutschland. Gilbert bespricht sich mit dem Soundmanager und verschwindet dann auch kurz darauf wieder in der Garderobe. Langsam kommen mehr Leute in den Raum und füllen ihn mit Leben.

Die Bühne vor dem Auftritt

Nach einer halben Stunde Verspätung betreten Gilbert und Graham zuerst die Bühne, danach folgt der Sänger und eine Frau (die nicht Laure ist) , beide in einer Decke gehüllt. Die Töne von Solar System erklingen und der Sänger krächzt ins Mikro. Die Show beginnt. Sebastian scheint während des gesamten Auftritts mehr in Trance als in der Realität und gestikuliert wild mit den Armen. Gilbert und Graham bedienen bei fast allen Liedern die Txalaparta und hauen wild darauf rum. Die Location ist zwar nicht groß, aber Crystal Fighters bringen ihn mit ihren Elektro-Folk-Klängen zum Beben. Die junge Band versteht es mit ihrem Style und ihrer Story vom baskische Großvater für Interesse zu sorgen. Sebastian trägt einen langen Kaftan und darüber eine Jacke mit Verzierungen. Ganz gewollt im Ethno-Hippie-Style.

Gilbert und Graham an der Txalaparta

Ihre musikalische Vielfältigkeit beweisen sie neben ihrem Album Star of Love nun auch live auf der Bühne. Sebastian singt, spielt Gitarre und lässt die Rassel klingen. Gilbert und Graham spielen beide Gitarre und das traditionelle baskische Instrument. Gilbert ist auch für den Synthesizer zuständig. Dadurch entsteht fast eins zu eins der Sound, der auf der Platte zu hören ist. Bei I Love London tobt die Menge – die Fighters wissen sich zu inszenieren.

Sebastian beim Performen

Nach einer guten Dreiviertel Stunde gehen die Engländer von der Bühne. Die Fans gehen in Gedanken durch, ob sie schon alles gespielt haben. Ein Track fehlt – der Synthie-Hit Xtatic Truth. 2 Minuten später stehen die Vier wieder vor der Menge und spielen ihren letzten Song. Die vordersten Reihen springen und tanzen wie wild. Die Fighters wirken mit ihrem folkigen Indie-Elektro nahezu mystisch.  Sebastian gibt ein letztes Mal seinen schrägen Gesang mit Pseudo-spanischem Akzent zum besten und steht wie ein Prediger vor dem Publikum. Gilbert und Graham spielen konzentriert ihre Instrumente. Dann ist schon alles vorbei. Knapp eine Stunde gab es Elektrobeats, Folk-Rhythmen und baskische Klänge vom Feinsten.

Die Frage ist nur noch: Bleiben die Fighters noch ein bisschen und mischen sich unter die Menge? Kurze Zeit später treffen wir Gilbert am Merchandise-Stand und verkauft uns zwei Vinyls, einmal mit den Singles Follow/ Swallow und einmal Remixes von In The Summer. Er lässt uns sogar kurz den Stand überwachen, um die anderen zwei zum Unterzeichnen herzuholen. Die beiden stellen sich vor, unterzeichnen und verschwinden auch schon wieder. Gilbert redet mit Fans und verkauft eifrig Cds und die Schallplatten. „At the last gig I only sold one Cd but 30 signatures“, meint er grinsend. Wir finden heraus, dass Mimi und Laure live nie dabei sind und dafür Ally, die die Zwillingsschwester von Laure sein könnte, einspringt. Gilbert klärt uns auf, dass niemand außer Laure aus Spanien kommt und ihr nächster Deutschland-Auftritt das Melt! Festival ist. Das Spiel mit der Herkunft (auf MySpace geben sie Navarra als Heimatstadt an) und die wunderliche Story von der alten baskischen Oper setzen die Fighters geschickt als PR-Strategie ein. Das kurze Gespräch mit Gilbert ist angenehm locker. Er führt sogar ein Freudentanz auf, als wir ihm sagen, dass sich die Reise für den Auftritt gelohnt hat. Dann noch ein kurzes High Five und wir machen uns auf den Weg nach Hause. Im Vorbeigehen sehen wir den Sänger an der Bar stehen und mit dem Veranstalter reden, aber leider haben wir keine Zeit mehr, ein richtiges Interview zu führen. Schade, aber beim nächsten Mal.

Die neuste Single At Home : Official Video

Profil Crystal Fighters:

 

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Kristallisierende Klänge aus dem Baskenland

myspace.com/crystalfighters/photos

Crystal scheint ein beliebtes Wort für Bandnamen zu sein. Das sehen auch die britisch-spanischen Crystal Fighters, die mit ihrem Mix aus Elektro-Pop, Experimental und baskischen Klängen letztes Jahr schon für Furore sorgten. Die drei Jungs und zwei Mädels spielen mit modernen Synthie-Rythmen und baskischen Instrumenten und hauen einen Bass nach dem anderen rein. Der Hintergrund zur Bandgeschichte ist ebenfalls erwähnenswert. Der Großvater eines weiblichen Mitglieds starb 2007 und hinterließ seiner Enkelin Lyrics und Zeichnungen für eine unvollendete Oper. Dies inspirierte die junge Band so sehr, dass daraus eine abwechslungsreiche Mischung aus Rave, Folklore und Pop wurde. Besonders der Sound der Txalaparta, ein Holzinstrument, das aus einem Balken und zwei Röhren besteht, macht die Musik der Fighters so herausstechend. Star of Love ist ihr Debütalbum und erschien letzten Oktober. Mit starkem spanischen Akzent, mehrstimmigem Gesang und groovigen Elektro-Beats überzeugen die Fünf immer mehr die internationale Musikszene. Für 2011 garantiert ein ganz großes Ding!

Xtatic Truth: Wild, energisch,temperamentvoll- Die Single, die einen umhaut.

Follow: Die spanischen Wuzeln kommen hier zum Vorschein.

Swallow: Garantiert gute Sommer-Laune.

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