Schlagwort-Archive: festival

Reeperbahnfestival 2012 – Donnerstag

Von wegen die Festivalsaison ist vorbei! Pünktlich zum Ende des Sommers präsentierte das Reeperbahnfestival in Hamburg unzählige Musiker, Künstler, Performer, DJs und überhaupt Kreative aller Art.
Entlang der berühmten Partymeile werden jedes Jahr nicht nur die diversen Clubs wie Die Große Freiheit 36, das Molotow oder das Gruenspan, sondern auch die Straße selbst oder ausgefallene Orte wie ein Partybus zu den unterschiedlichsten Festivalbühnen.

Dabei war das Line-Up mal wieder ein großes Potpourri aus mehr oder weniger bekannten nationalen und internationalen Musikern, die sich die Zeit vor, nach oder auch zwischen ihren Auftritten gern mal mit kleinen Akustigigs auf dem Spielbudenplatz oder entlang der Reeperbahn vertrieben. Als eine dieser Bühnen fungierte die Stage East, die gleich am Donnerstag einige interessante Acts zu bieten hatte. Zunächst gab es dort den Italian Aperitif mit den drei italienischen Bands Moustache Prawn, Fabrizio Cammarata und Blue Willa, den ich allerdings mehr nur am Rand mitbekam, schließlich musste am ersten Tag erstmal alles ein bisschen erkundet werden. Ziemlich schnell ging zum Glück das Holen der Festivalbändchen, da donnerstags allgemein noch nicht so viel los war auf dem Spielbudenplatz. Ein Dank geht an dieser Stelle übrigens nochmal raus an alle, die für das Kunstplakat gevotet haben, da sich dort am Ende das Plakat mit meinem Motiv durchgesetzt hatte und ich so einen Gästelistenplatz für alle drei Tage erhielt.
Aber zurück zur Stage East: Als Einar Stray zusammen mit seiner Band im Wollpulli den kühlen Temperaturen trotzte und dabei träumerisch klingende Arrangements von Piano, Geige und Gitarre zum Besten gab, war es doch ziemlich voll geworden auf und neben den Sesseln auf der kleinen Holzbühne.
Diese Menge war eine Viertelstunde später allerdings wieder verschwunden und so spielte der deutsche Singer-Songwriter Nicolas Sturm vor deutlich weniger Publikum. Unterstützt von seinem Drummer, den er liebevoll als „Klingenensemble“ bezeichnete, gab es ehrliche Texte zu Gitarrenmusik, die sich mehr in die Tradition englischer Folkmusiker denn in die deutscher Liedermacher stellt.

Vom Zeitplan aber auch von der Kälte getrieben, führte uns der Weg nur ein paar Meter weiter in den Keller des Molotow. Capital Cities aus L.A. standen dort auf dem Programm und sorgten schon für einen gut gefüllten Konzertraum und wohl für den stimmmungsvollsten Auftritt den ich bei diesem Reeperbahnfestival genießen durfte.
Mit Hawaiihemden unter den Jackets kamen sie auf die Bühne und nahmen sie direkt für sich ein. Elektronische Popmusik, die durch das geniale Trompetenspiel von Spencer Ludwig verfeinert wurde, brachte nicht nur Ryan Merchant und Sebu Simonian, die beiden Köpfe der Band, zum Tanzen sondern auch das ganze Publikum. Besonders Good Shit und die Single Safe and Sound brachten die Menge zum Kochen, denn die sehr an die 80er erinnernde Popmusik mit Einflüssen aus Dubstep, Electronica und Reggae ging scheinbar jedem gut ins Ohr und in die Beine.


Danach war erstmal eine Verschnaufpause nötig, die wir uns aber im Molotow gönnten. Dort waren als nächstes I Got You On Tape an der Reihe. Die nach einem bunt zusammengefwürfelten Haufen aussehende Gruppe aus Kopenhagen spielte aber einen ziemlich organischen Mix aus melancholischem Indiepop, Shoegaze und Electro und sorgte für einen unheimlich starken Sound. Irgendwann schien sogar Sänger Jacob Bellens überrascht zu sein über die krasse Lautstärke, die seine Band da fabrizierte.

Das Publikum hatte sich inzwischen ziemlich geändert, als nächstes waren TOY dran, das Molotow war gepackt voll. Die Engländer ließen sich nicht lumpen und spielten ihre Songs quasi in einem Rutsch, nur manchmal wurden kurze Ansagen dazwischengenuschelt, die aber kein Mensch verstand. Auch nicht schlimm, die Musik überzeugte schließlich. Tom Dougall & Co., die mit ihren langen Haaren und dem Klamottenstil wie aus den 70ern entsprungen schienen, schrammten ihren Psychedelic-Krautrock in sphärische Wellen, die den ganzen Raum ergriffen – Bandmitglieder look-alikes in den ersten Reihen wiegten sich mit geschlossenen Augen zu den Klängen, der Rest wippte irgendwie mit, aber auch gefangen von der Intensität des Sounds. Der Höhepunkt war eindeutig die Single Left Myself Behind, die sich über sieben Minuten erstreckte.


Eigentlich hätte ich gerne noch 2:54 gesehen, aber nach 3 so intensiven Bands im doch relativ kleinen und sehr vollen Molotow-Club mussten wir erstmal an die frische Luft. Draußen wartete eine lange Schlange auf Einlass – hier hätten wir also nach einer Pause keine Chance mehr reinzukommen.
Dafür zog es uns dann eine kurze Zeit später nur ein paar Meter weiter in die Docks: Kakkmaddafakka waren angesagt.
Und sie boten die Show für die bekannt sind: Nach einem Mix aus bekannten Songs von ihrem Album und einigen neuen Songs (worunter einer sogar seine Live-Premiere an diesem Abend feierte) war die komplette Band oberkörperfrei und das Publikum nass geschwitzt vom Hüpfen und Tanzen. Absolute Attraktion war wie immer der „Kakkmaddachoir“, der nicht nur für den Hintergrundgesang sondern auch witzige Tanz- und Rapeinlagen sorgte und natürlich Keyboarder Jonas „Mr. Jones“ Nielsen, der wie verrückt das Keyboard beackerte und wie immer abgehoben in anderen Sphären zu schweben schien. Das Ganze war im Endeffekt die bekannte aber spaßige Kakkmaddafakka-Party, die man sich eben auch gerne immer wieder anschaut.

Ein besserer Festivalauftakt ist schwer vorstellbar – die Messlatte für die anderen beiden Tage war bereits ziemlich hochgelegt.

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Live

Sizarr: „Psycho Boy Happy“ im Stream

Die drei Boys von Sizarr stehen mit ihrem ersten Album in den Startlöchern. „Psycho Boy Happy“ heißt das gute Ding und  es gibt endlich die coolen Songs auf einer Scheibe. Mehr als zwei Jahre lang traten die Landauer auf großen Festivals auf und gaben kleine Gigs ohne wirklich viel Material nebenbei zu veröffentlichen. Die erste fabelhafte Single „Boarding Time“ ist schon draußen und auch die anderen Tracks versprechen einen gediegenen Mix aus R´n´B-Elementen, Synthie-Pop und knartschendem Indie-Rock. Das Debüt  zwar erst am 14. September, aber gibt es natürlich vorab im Stream zu hören. Hier auf tape-tv.

Und das neue Video zu „Purple Fried“ gleich dazu…

sizarr

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Update

Song der Woche # 78

Frischer musikalischer Wind weht diesmal aus Berlin. Die junge Leslie Clio ist Mitte zwanzig und veröffentlicht ihre erste Single „Told You So“ am 14. September. Mit starkem Soul-Pop und leichten Rock-Rhythmen glänzt Clio als deutsche Version einer Adele oder Duffy, nur nicht so mainstream. Der peppige  Sound hat ihr bereits einige große Festival-Auftritte dieses Jahr beschert. Bald soll das Debüt „Gladys“ erscheinen. Hier das erste Musikvideo zu „Told You So“ für euch.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Song der Woche

Neuzeit ist die Hymne für’s Berlin Festival

Am 7. und 8. September findet dieses Jahr das Berlin Festival auch wieder im ehemaligen Flughafen Tempelhof statt.
Die offizielle Hymne dafür kommt von der Berliner Indiepop-Band I Heart Sharks: Neuzeit war der Hit ihres letztjährigen Debütalbums Summer, mit dem die Hailieblinge den Durchbruch schafften. Wer den Song, der englische und deutsche Textelemente vermischt, noch nicht hat, kann ihn sich jetzt kostenlos bei Tonspion herunterladen.

Ein Besuch beim Berlin Festival lohnt sich dieses Jahr außerdem besonders, denn neben I Heart Sharks kann man auch Paul Kalkbrenner, The Killers, Sigur Rós, Metronomy, Whomadewho, Totally Enormous Extinct Dinosaurs, Sbtrkt, Nicolas Jaar, Bonaparte, Miike Snow, Frittenbude, Frendly Fires und noch weitere coole Acts bestaunen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter kostenlose Downloads, Update

Sizarr: Bitte mehr von diesem Hype!

Was soll man noch großartig sagen, wenn man die Band-Vita von Sizarr aus Landau liest? Festival-Auftritte auf dem Melt!, Dockville und Berlin Festival mit nur paar Songs im Schlepptau, Support für Kele und Broken Bells, ordentlicher Presseregen und dann noch irgendwo dazwischen schnell das Abi gemacht- Klingt wie ein Leben auf der Überholspur für Deaf Sty, Gora Sou und P-Money (Künstlernamen haben sie ja auch noch!). Ihre hippe Musik lässt sich auch nicht so einfach einordnen. So zwischen Wave, Afro-Beat, R´n´B und  Tropical-Pop bewegt sich der extrem eingängige Sound der drei Jungs. Insgesamt klingen die Tracks erstaunlich reif und markant, was wohl nicht zuletzt an Fabians (aka Deaf Stys) rauer Bluesstimme liegt. Musikfans und Presse sind schon begeistert, wir auch.

Und weiter? 2 Jahre lang sind Sizarr im kleineren Rahmen getourt und immer wieder fragte sich das Publikum:  „Wann gibt es endlich ein Album?“ Die Antwort lautet nach letzten Infos: Am 14. September. Dann soll das lang ersehnte Debüt „Psycho Boy Happy“ erscheinen. (Was klingt bei denen eigentlich nicht cool?) Die Demo-Versionen von „Fake Foxes“ und „Boarding Time“ mögen wahrscheinlich schon bekannt sein sowie  einige Live-Tracks. Vor kurzem haben die Drei ihr erstes Musikvideo für das Dubstep ähnliche „Boarding Time“ in überarbeiteter Version veröffentlicht (hier auf Tape TV!). 

Ach ja, noch etwas: Sizarr werden auch im Herbst auf größere Deutschland-Tour kommen und ganz offiziell ihre Album-Setlist spielen. Also dieser Hype um Bands ist ja eigentlichg nervig, aber bei Sizarr machen wir gerne eine Ausnahme. In diesem Sinne: Bitte mehr davon!

„Fake Foxes“  auf Soundcloud (2010):

Hier noch die aktuellen Tour-Termine:

  • 30.06.2012
    DE-Düsseldorf – Galopprennbahn / Open Source Festival
  • 05.07.2012
    DE – Hamburg – Campus Open Air Festival
  • 28.07.2012
    DE-Diepholz – Appletreegarden Festival
  • 03.08.2012
    AT – Lustenau – Szene Open Air
  • 04.08.2012
    DE-Salzburg – StuckFestival
  • 18.08.2012
    CH – Winterthur – Musikfestwochen
  • 08.09.2012
    Berlin Festival – Berlin

Herbst:

  • 17.10. Nürnberg, MUZ
    18.10. A-Wien, Fluc
    19.10. A-Graz, PPC
    20.10. A-Lustenau, Carini Saal
    22.10. München, Atomic Cafe
    23.10. Stuttgart, Club Schocken
    24.10. CH-Basel,Kaserne
    25.10. CH-Zürich, Exil
    26.10. Frankfurt, Zoom
    27.10. Köln, Gebaeude9
    29.10. Hamburg, Uebel&Gefährlich
    30.10. Hannover, Weidendamm
    31.10. Berlin, introducing@binuu
    01.11. Leipzig, Centraltheater – TBC
    02.11. Dresden, Puschkin
    03.11. Heidelberg, Karlstorbahnhof

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bands im Blickpunkt

Nada Surf auf dem Phono Pop 2012

Dieses Jahr lässt sich das Line-Up des Phono Pops wirklich sehen. Neben Warpaint sind nun auch Nada Surf bestätigt. Zwei Bandgrößen aus den USA auf einer Bühne! Das Alternative Trio hat im Februar sein neues Album The Stars Are Different To Astronomy veröffentlicht und ist derzeit auf Tour. Wann genau Nada Surf spielen, wird noch bekannt gegeben. Das Phono Pop findet am 20. und 21 Juli im alten Opel-Werk in Rüsselsheim statt.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Update

Warpaint auf dem Phono Pop 2012

Das Phono Pop Festival in Rüsselsheim hat einen ganz besonderen Headliner bekannt gegeben. Warpaint werden dieses Jahr ihren einzigen  deutschen Open-Air Auftritt hier in der Rhein-Main Region bestreiten. Letztes Jahr waren die 4 Mädels noch auf dem Southside/Hurricane und Haldern Pop unterwegs, jetzt besuchen sie das kleine Rüsselsheim. Eine wahre Sensation für die Fans hier aus der Umgebung. Wer es also letztes Jahr nicht geschafft hat, die coolen Girls zu sehen, sollte sich aufs beliebte Phono Pop machen. Es findet am 20. und 21. Juli wieder im Hof des alten Opel-Werks statt. In lockerer Atmosphäre spielen die Bands auf zwei Bühnen. Neben Warpaint sind schon das englische Duo Rue Royale und die österreichischen Rocker Steaming Satellites bestätigt. Weitere Acts werden zeitig bekannt gegeben. It´s Phono Pop Time!

Tickets erhaltet ihr bis 1. April noch für 32 Euro plus VVK-Gebühr. Danach beträgt der Preis 39 Euro.

http://www.phonopop.de/Phono_Pop/News.html

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Update

Noch ein Geheimtipp: Das Phono Pop Festival – Tag 1 mit Bodi Bill und Hundreds

Letztes Wochenende führte uns unser guter Musikgeschmack zu einem echten Geheimtipp und einem sehr extravaganten Festivalort: das Phono Pop Festival, das im alten Opelwerk in Rüsselsheim stattfindet.
Zwei Bühnen, die kleinere Klangkantine und die größere Hauptbühne, aufgebaut auf den asphaltierten Transportwegen zwischen den früheren Fabrikgebäuden. Diese wurden abends dann mit Scheinwerfern be- und von innen ausgeleuchtet, so dass sich eine einmalige Atmosphäre entwickelte.
Eine Berichterstattung in zwei Akten.

I: Freitag

Am frühen Abend, als es noch hell und die Bands noch unbekannter waren, war noch nicht viel los auf dem Festivalgelände, so dass wir uns erstmal in Ruhe umschauten. Auf der Hauptbühne eröffnete um 19 Uhr die Rüsselsheimer Band Sweets For My Zebra. Ein etwas uninspirierter Auftritt einer typisch jungen „wir sind die Coolsten und zeigen das jedem“-Rockband, wie es sie wie Sand am Meer gibt.
Bereits an dieser Stelle ein lobendes Wort zum Zeitplan: Man konnte, wenn man wollte, jeden Act sehen, die Auftritte auf beiden Bühnen waren nie gleichzeitig sondern immer im Wechsel angesetzt.
Touchy MobDaher ging es dann mit Touchy Mob auf der kleinen Bühne weiter. Was sich dem Namen nach nach einer großen Gruppe anhört ist in Wirklichkeit ein Ein-Mann-Projekt, Ludwig Plath aus Berlin mit einem viel perfekteren Topfschnitt als Angela Merkel ihn je hatte und dazu einen an den Weihnachtsmann erinnernden Vollbart. Etwas verwirrt wirkte er da auf der Bühne, als er einzelne Musikfragmente, mal folkig mit der Gitarre mal elektronisch zusammenstückelte und nach der Hälfte seines Auftritts erklärte, dass jetzt der Soundcheck abgeschlossen sei. Alles irgendwie sympathisch, musikalisch blieb leider nicht viel hängen.

Der nächste Auftritt war dann allerdingsWho Knew bereits ein Highlight: In die isländische Indie-Kapelle Who Knew hatte ich schon vorher Erwartungen gesetzt, die dann noch übertroffen wurden. Ihr Powerpop ist wie geschaffen für eine tolle Show, sechs Leute auf der Bühne können schließlich ordentlich krach machen – aber das dann eben auch immer in schönen Melodien. Dazu die hohen Stimmen, das klang schon irgendwie besonders. Sänger Armann hüpfte herum wie ein Hobbit mit ADHS und versuchte immer wieder sein „deutsches Vokabular“ zu präsentieren: „Magst du Urlaub? Ich auch. Ein bisschen.“
Who KnewEinen Headbang-Wettbewerb gab es dann auch und die Siegerin gewann den exklusiven Who Knew-Jutebeutel. Dass die Isländer bereits im Jahr vorher begeistert haben müssen, konnte man sich sehr gut vorstellen, und dass sie deshalb ihr erstes „Upgrade“ erhalten hatten und sie in diesem Jahr auf der Hauptbühne spielen durften, schien sie sehr stolz zu machen.
Aus irgendeinem Grund bekammen wir vom folgenden Auftritt der Future Islands kaum etwas mit, weshalb zu ihnen auch nichts sagen kann.
Entgegen normaler Festivaltraditionen war DER Headliner an diesem Abend nicht als letztes dran, die Veranstalter hatten sich zum Glück aus dramaturgischen Gründen dazu entschieden, Junip zeitlich vor den Elektrogruppen Hundreds und Bodi Bill auftreten zu lassen.Junip

Die Band um Sänger José Gonzales spielten ein wirklich schönes Liveset aus melancholisch-schönen Songs, die auf die Dauer zwar ein wenig monoton wirkten, andererseits auch irgendwie zum Träumen einluden.
Daher waren wir danach auch ein wenig müde, wurden vom folgenden Auftritt aber wieder aufgeweckt.
Hundreds, das Elektro-Geschwisterduo aus Hamburg, enterten die Klangkantine zusammen mit zwei zusätzlichen Drummern. Philip setzte sich ganz zurückhaltend an den LaptopHundreds und das Keyboard, während Eva, in einen schwarzen Umhang gehüllt, die Show gestaltete. Und diese ist dann auch ziemlich einrucksvoll durch Evas besondere Stimme, ihre Bewegungen zu den Lichteffekten, die Klaviermelodien und die Beats dazu. Einerseits partymäßig abgehend, andererseits aber auch melancholisch-betörend. Die perfekte Mischung also.
Als krönenden Abschluss des Abends gab es auf der Hauptbühne dann die Berliner Elektrocombo Bodi Bill. Passend diese Reihenfolge, ihre letzte Tour absolvierten Bodi Bill und Hundreds ja auch schon gemeinsam.
Die drei Jungs sind live jedenfalls ein ziemliches Phänomen: Sie präsentieren sich eigentlich nicht nur als einfache Band sondern sind eigentlich schon eher so etwas wie Performance-Künstler. Live funktioniert einfach jeder Song, auch wenn er auf Platte vielleicht unspektakulär klingt. Denn die Show gibt den Mehrwert. Videoprojektionen auf der Leinwand, wechselnde Instrumente und Standorte der drei Bandmitglieder und sehr abgefahrene Kostüme und Requisiten – das sind die Elemente, die eine Bodi Bill – Performance ausmachen.bodi bill
Stärkere Beats bringen das Publikum zum Tanzen, doch auch ruhige Songs wie Garden Dress, das sich hauptsächlich durch das schöne Geigenspiel auszeichnet, finden ihren Platz im Liveset. Gerade auch diese musikalische Vielseitigkeit macht Bodi Bill so besonders, man kann sie gar nicht auf reine Elektromusik festmachen, da musizieren sie auf dem Laptop, auf der schon erwähnten Geige, aber auch der E-Gitarre im fliegenden Wechsel oder gleichzeitig. Bleiben gleichzeitig bodenständig und publikumsnah, darüber hinaus dann auch geheimnisvoll, denn was es mit einigen der Videobotschaften auf der Leinwand oder den Kostümierungen auf sich hat, kann nur spekuliert werden. Ein großer Knochen oder ein Steinkostüm – wollen sich die Berliner als Geschichtslehrer geben? Oder wird dort vielleicht Stanley Kubricks Meisterwerk 2001: A Space Odyssey zitiert, auch wenn die Steinverkleidung aus Pappmaché optisch ziemlich wenig Gemeinsamkeiten mit dem glatten schwarzen Monolithen aus dem Film hat. Man weiß es nicht, doch es hat natürlich deshalb seinen besonderen Reiz. Zum Schluss gab es I Like Holden Caulfield, diesmal eindeutig eine Anlehnung an The Catcher in the Rye von J.D. Salinger, aber auch ein ziemlich guter Partysong. Und somit der gelungene Abschluss des ersten Festivalabends.

mehr Fotos

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Live

Glastonbury Gigs 2011

                                                                           http://www.glastonburyfestivals.co.uk/2011/gallery?result=2

Glastonbury 2011 ist leider schon vorbei, aber zum Glück gibt es Fernsehübertragungen, die viel Material aufgezeichnet haben. Auf dem größten Festival Europas tritt jedes Jahr das Who is Who der Musikbranche auf. Dieses Jahr gaben sich Coldplay, U2, The Kills, The Horrors und sehr viele mehr die Ehre. 2012 findet  kein Glastonbury statt wegen Arbeiten auf dem Gelände. Grund genug, sich paar Videos von Glasto-Gigs reinzuziehen.

The Horrors mit I Can See Through You (Skying), Who Can Say (Primary Colours) und Still Life (Skying)

Coldplay mit Every Teardrop Is A Waterfall

U2 mit I Will Follow

The Kills mit Heart Is A Beating Drum

White Lies mit Bigger Than Us

The Vaccines mit Post-Break Up Sex und Wreckin´Bar

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Video Favourites

WhoMadeWho rocken das Open Ohr in Mainz

jeppe kjellberg / whomadewhoWhoMadeWho: die geborenen Entertainer

Keine Ahnung wie die das immer hinkriegen. Fast genau ein Jahr ist es her, als WhoMadeWho beim Folklore Festival in Wiesbaden das Publikum in der Schlachthofhalle begeisterten.
Ihre Musik mit Elementen aus Rock und Electro – von sogenannten Fachleuten als „Disco-Punk“ bezeichnet – passte perfekt um nach einem langen Festival-Tag abends richtig abzutanzen.

Dieses Wochenende waren Jeppe Kjellberg, Tomas Hoffding und Tomas Barfod (ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass es Barfod war, zwar sah er ganz anders aus als noch im Jahr zuvor, aber von einem neuen Drummer habe ich nirgendwo etwas gelesen) zu Gast auf der anderen Rheinseite, beim Open Ohr – Festival in Mainz. Gar nicht so passend eigentlich sollten sie hier am Pfingstmontag um 15 Uhr nachmittags auftreten.

Trotzdem schafften die drei Dänen es, eine richtige Party zu veranstalten und das Publikum komplett auf ihre Seite zu ziehen. Obwohl sie sogar ohne das geforderte Benny Benassi Cover Satisfaction auskamen, waren wir alle schließlich nicht mehr zu halten und stürmten nach einer netten Einladung von Jeppe Kjellberg auf die Bühne. Da diese für so eine Belastung offenbar nicht ausgerichtet war, mussten wir sie ziemlich schnell wieder verlassen, aber der Höhepunkt eines genialen Auftrittes war es trotzdem.

whomadewho

Es ist eigentlich ein Kuriosum wie WhoMadeWho es immer schaffen, mit relativ wenig so sehr zu überzeugen. Die meisten ihrer Songs sind im Original zwar nicht schlecht, aber lange nicht so schnell und so treibend, wie wenn sie live gespielt werden. Wobei da auch immer mal wieder ein gleichbleibender Beat mit ein bisschen Bassbegleitung reicht, um abzugehen. Es muss an ihrer Bühnenpräsenz und ihrer fröhlichen Lockerheit liegen, die bei den Leuten so gut ankommt. Mal eine kleine Showeinlage, ein kurzer Gang durch die Fans oder einfach nur ein breites Lächeln, das signalisiert, wie viel Spaß es den Herren macht, genau in diesem Moment auf genau dieser Bühne zu stehen. Diese Fröhlichkeit steckt an.


ein genialer Ausschnitt des Auftritts (Song: Space for Rent)

„You are always welcome to a WhoMadeWho concert“, sagt Hoffding oder Kjellberg, wer weiß das dann noch, am Ende – ja, immer wieder gerne!

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Live