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The Hammocks: „Heartbeat“

Es muss ja nicht immer die Großstadt sein, die gute Musik raushaut. Die vier Jungs von The Hammocks kommen aus dem kleinen Hofheim im Taunus und lieben Bands wie Arctic Monkeys, The Strokes und Arcade Fire. Das Ergebnis ist zwar ein bisschen poppiger als bei den Vorbildern, aber der Indie-Kosmos ist ja groß.

Der Track „Heartbeat“ ist eins von vier Stücken ihrer EP „City of Gold“ (Dezember 2011), das so pulsiert wie der besungene Herzschlag und gut abgeht. Befehl zum Tanzen bitte!

Wer die Jungs live sehen will:  Am 22. Dezember treten sie  im Frankfurter Zoom Club auf.

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Blood Red Shoes im Interview: „Es ist wie ein Fluch“

Blood Red Shoes sind derzeit eifirg auf Tour.Lara traf Drummer Steven Ansell im Auftrag der STUZ und plauderte mit ihm über Veränderung, Verlorenheit und Verrücktheit.

Lara: Ihr spielt also heute in Frankfurt. Wisst ihr wie viele Gigs ihr schon insgesamt hattet?

Steven Ansell: Ja, müssten so um die 650 gewesen sein, denk ich.

L: 650 Gigs? Wow. Ihr seid ja auch die am häufigsten tourende Band. Wollt ihr nicht etwas langsamer machen?

S: Nein, wieso? Sehe ich etwa müde aus?(lächelt) Ja, klar ist es anstrengend, aber uns wird langweilig, wenn wir nicht auf Tour sind. Das ist das, was wir machen wollen, in einer Band sein. Es ist mein ganzes Leben, ich kann damit nicht einfach so aufhören. Wir haben einfach so viele Energie im Moment.

L: Seht ihr was von den Städten, die ihr besucht?

S: Dieses Mal nicht. Also manchmal hat man etwas Freizeit. Bei der ersten Tour im Jahr muss man viele Interviews geben aber beider zweiten im Winter hat man mehr Zeit.

L: Gebt ihr also gern viele Interviews?

S: Ja eigentlich schon. Generell sagen wir ja zu den meisten Sachen.

L: Laura und du seid 300 Tage im Jahr zusammen. Bleibt euer Privatleben dann nicht ziemlich auf der Strecke?

S: Wir haben nicht viel Privatleben. Du musst vorsichtig sein, wenn du paar Tage frei hast, dass du was getrennt voneinander machst. Sonst wird man vollkommen verrückt. Es ist nicht das Gesündeste in der Welt, aber es ist okay für mich. Viele in Bands meinen mit 35 „Shit, ich will Familie haben.“ Aber mir geht es momentan gut so wie es ist.

L: Das heißt, du hast du dir dein jetziges Leben so vorgestellt?

S: Ich denke nicht viel drüber nach, ich mach es einfach. Ich denke, man fühlt vor allem,  wie alles wächst. Wir merken  einfach wie unsere Band gewachsen ist. Mehr Konzerte, mehr Platten verkauft und mehr Fans.

L: Also ihr seid wohl ziemliche Workaholics.

S:  Ja, aber es geht nicht nur um Arbeitsethik. Du drehst das nicht wirklich aus, es ist wie ein Fluch. Du hast keine Wahl eigentlich. Alles was du erfährst, verbindet man mit Musik. Oh, das ist ein guter Riff oder das ist eine gute Zeile – Das ist so was wie ein psychologischer Defekt.  Du musst eigentlich ein Arschloch sein, um so was durchzustehen. Soziale Bindungen sind eigentlich unmöglich.

L: Findest du, du hast dich als Person sehr verändert in der letzten Zeit?

S: Ich denke, ich hab mich in den letzten 5 oder 6 Jahren verändert in dieser Band. Wenn ich nicht lange auf Tour bin, werde ich wirklich depressiv. Mein Zuhause ist das Tourleben jetzt. Wenn ich in meiner alten Wohnung wieder bin, fühlt sich das nicht mehr wie mein Zuhause an. Aber es ist gut so.

L: Dein neues Leben ist als besser als dein altes mit festem Wohnsitz?

S: Ich weiß nicht, ich denke ja. Aber ich meine, es ist wie es jetzt ist. Nicht das perfekte Leben, aber es ist so. Das einzige Mal wenn ich es nicht mag, ist wenn wir nach Hause gehen. Dann fühl ich mich nutzlos, aber die meiste Zeit bin ich glücklich. Es gibt immer eine nächste Sache, die dich weiterbringt.

L: Euer neues Album klingt mehr nach Hard-Rock und variiert in den Tempi. Was ist für dich der Hauptunterschied zu den anderen zwei Alben?

S: Beim ersten Album dachten wir, wir hätten es nicht richtig aufgenommen. Das zweite war härter und hatte eine düstere Seite. Ganz anders als das erste. Beim neuen Album haben wir den Fokus auf die Stimmen gelegt.

L: Kommt der Albumtitel „In Time To Voices“ daher?

S:  Ich weiß nicht, was der Titel bedeutet. Laura hatte die Idee. Sieh es mal so: Wenn es um Rock´n´Roll Musik geht, finde ich, sollte man nicht alles verstehen können. Man sollte nicht immer mit seinem Verstand denken, sondern Dinge eher fühlen. Wenn es sich richtig anfühlt und es gut klingt, dann ist es richtig. Dann brauch ich nicht viel zu verstehen.

L: Ihr habt einen sehr aggressiven Sound und eure Musik dreht sich oft um Wut, Frustration und Ängste. Woher kommen diese Gefühle?

S: Wir werden das oft gefragt. Wir wissen es nicht. Es kommt einfach so heraus. Wir haben früher sehr viel Punk Musik gehört und wir mögen einfach diesen „Fuck You“-Spirit. Das kommt eben durch unsere Musik wieder raus. Das ist ein Teil von uns.

L:  Kritiker bewerten eure neue Platte als reif. Seht ihr euch auch so?

S: Ich fühl mich wie ein kleines Kind. Ja, jeder sagte, es ist ein reiferes Album. Ich denke, es wäre eine Beleidigung für unsere Fans, wenn wir das gleiche machen würden. Unser musikalischer Geschmack ist breiter geworden und wir denken mehr über die einzelnen Parts nach und sind kritischer.

L: Aber viele Bands, die nicht immer das gleich machen wollen, werden dann einfach mainstream.

S: Ja, das stimmt. Laura und ich waren sehr besorgt,  dass die Leute denken: „Oh ihr seid nicht mehr aggressiv.“ Wir wollten nicht, dass jemand meint, wir wollen jetzt mainstream und soft werden. Viele Bands durchleben ja diesen Prozess und werden so soft, dass es auch die Mutter gut findet. Aber wir wollten richtig hart sein, so also ob wir ein Led Zeppelin Album machen würden.

L: Deine Beziehung zu Laura könnte man als Hass-Liebe bezeichnen. Stimmts ?

S: Ja, das ist genau was wir haben. Wir sind beste Freunde aber wir streiten sehr oft.

L: Was hasst ihr denn beim anderen am meisten?

S: Ich denke, weil wir so viel Zeit miteinander verbringen. Wir sind absolut gleichberechtigt in der Band und teilen einfach alles. Mein ganzes Leben ist aber an Lauras gebunden und umgekehrt genauso. Manchmal hasst du den anderen einfach, weil wir eben so sehr aneinander gebunden sind.

L: Einige Leute denken bestimmt noch, ihr wärt ein Paar. Würde die Arbeit trotzdem genauso gut funktionieren, wenn ihr eins wärt?

S: Also eigentlich wurden wir lange nicht mehr danach gefragt, nur vielleicht beim ersten Album mal. Ich denke, es ist immer hart, wenn man zu zweit alles durchmacht. Aber wenn du dann noch eine Romanze am Laufen hast, ist es eigentlich noch schlimmer. Es ist so wie es ist auf jeden Fall besser.

L: Ihr seid zwar gleich eingebunden in der Band, aber hat nicht jeder noch eine eigene Rolle?

S: Laura ist mehr visuell talentiert. Sie macht das ganze Artwork. Ich mach eher so langweiligen Krams, zum Beispiel, wo wir touren werden und  welche Songs für Musikvideos ausgewählt werden. In so Dingen bringe ich mich gerne ein. Wir verständigen uns aber immer über die Sachen, die wir machen.

L: „Je Me Perds“ handelt von einer Story, wo du total betrunken irgendwo in New York liegst und „Lost Kids“ über das Gefühl, sich verloren zu fühlen. Fühlt ihr euch jetzt mehr verloren als vorher?

S: Na ja ich fühl mich am meisten verloren wenn ich nicht auf Tour bin. (lacht) „Lost Kids“ handelt aber auch von den Riots in London. Es war eine schwierige Zeit für uns. Ich wollte jede Woche die Band verlassen und gleichzeitig kämpften die Leute auch auf der Straße. Diese ganze Flut von Aggression floss dann in den Text rein.

L: Vorletzte Frage. Gibt es paar Newcomer, die du gerade sehr magst.

S: Unser Support in England The Cast Of Cheers ist super. Ich habe mir gerade auch das neue Mark Lanegan Album und Band of Skulls gekauft. Ach ja, und Willis Earl Beal. Er ist unglaublich.  So eine Mischung aus einem Soulsänger, Tom Waits und einem Beatpoeten. Er ist auch wirklich ein starker Performer. Wenn er den Raum betritt, hat er eine richtige Ausstrahlung. Genial.

L: Habt ihr schon Pläne für das neue Album?

S: Ja, wir haben paar neue Songs geschrieben. Wir wollen zuerst eine kleine EP im Januar veröffentlichen, bevor dann irgendwann die neue Platte erscheint.

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Song der Woche # 69

Letztes Wochenende fand erstmalig das  „Lüften“ Festival in Frankfurt statt. Neben Kunst und Kultur gab es natürlich reichlich gute Musik. Am Sonntag spielten unter anderem The Low Anthem, die  mit beseeltem Folk zwischen Fleet Foxes und Bob Dylan für ruhigere Momente auf dem Festival sorgten. Das amerikanische Quintett nimmt zurzeit sein fünftes Album auf. „Ghost Woman Blues“ ist ein romantisicher  Song aus dem letzten Album „Smart Flesh“. Es muss nicht immer laut sein, um gute Songs zu produzieren.

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Satellite Stories im Ponyhof

Frankfurt, Sachsenhausen. Idyllische alte Häuser reihen sich aneinander, eine Kneipe nach der anderen. In der wohl namensgebenden „Klappergasse“ findet sich dann auch der Ponyhof, ein netter kleiner Club, der für gute Partys bekannt ist. Wieso ich bisher noch nicht da war, weiß ich selbst gar nicht.
Am Dienstag aber war es dann soweit, es war Zeit für die finnische Indieband Satellite Stories, auf dem vorletzten Konzert ihrer Deutschlandtour.
Zunächst wurde der noch spärlich bevölkerte Bühnenraum allerdings durch die deutsche Band Johann van der Smut angeheizt. Die drei Jungs, die auch kürzlich erst Kakkmaddafakka supportet hatten, machten mit ihrem Indiepop mit kaum verständlichen deutschen Texten viel Krach. Dabei waren sie aber sehr konzentriert bei der Sache und man kann schon sagen, dass es wohl eher Zeit wird für eine eigene Tour, bei der das Publikum mehr mitgeht. Aber sicher wird man von ihnen in Zukunft noch mehr hören.

Als es dann Zeit wurde für die Satellite Stories, hatte sich der kleine Bühnenraum schon um einiges mehr gefüllt. Mit der für die Tour namensgebenden neuen Single Anti Lover gings gleich sehr flott los und man konnte direkt den Eindruck gewinnen, dass die vier finnischen „Satelliten“ richtig Vollgas auf der Bühne geben. Der fröhliche Partyindie würde bei großen Publikumsmengen für großes Chaos oder eventuell sogar den einen oder anderen Moshpit sorgen, in Frankfurt ging es dagegen eher ruhiger aber aufgrund der netten Atmosphäre irgendwie familiär zu. Wer sich schon vorher mit der Band mal befasst hatte, konnte sich auch über einige neue Songs freuen, die schon vom kommenden Album zeugen. Im September soll es soweit sein, bis daher muss man noch mit der Promo-EP bestehend aus drei Songs vorlieb nehmen.

Dabei sind die schnellen und fröhlichen Songs wie gemacht für Live-Konzerte – besonders wenn gerade Sänger Esa alles gibt und wie verrückt auf die Rhythmusgitarre reinhaut. Wobei man auch Leadgitarrist Marko nicht vergessen sollte – seine schönen Melodien sind das Salz in der Satellite Stories – Suppe. Natürlich gaben auch Jyri am Bass und Olli-Pekka an den Drums alles, um die 110 Prozent aus jedem Song herauszuholen. Und gegen Ende hatten sie dann auch das erst (unverständlicherweise) zögerliche Publikum auf ihrer Seite – beim Abschlussknaller Kids Aren’t Safe In The Metro wurde dann auch lauthals mitgesungen.
Dass die Band zum ersten Mal auf so groß angelegter internationaler Tour war, war ihnen übrigens nicht anzumerken. Vielleicht nur der etwas schnelle Abgang ohne Zugabe aufgrund fehlender weiterer Songs zeugte noch davon, dass man da noch eine ziemlich junge Band vor sich hatte. Aber die nette Art, wie sie sich auf der Bühne präsentierten, so ganz freundlich und nah am Publikum, ließ einen auch das verzeihen und sich einfach über den schönen Konzertabend freuen.

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Friends im Zoom Club, Frankfurt

Körperkontakt erwünscht! Vor überschaubaren Publikum spielen Friends im kleinen Frankfurter Zoom Club (26.4.12) und scheuen sich nicht, mit den Gästen entspannt zu plaudern.

Vor allem Sängerin Samantha spring oft von der Bühne und tanzt lasziv mit einigen Zuschauern. Star-Allüren? Keine Spur. Die fünf Brooklyner sind derzeit die neueste Entdeckung im Indie-Kosmos und touren gerade duch paar deutsche Städte. Jung, sexy und cool präsentieren sich Friends auf der rot beleuchteten Bühne. „Hey guys, how you´re doing?“,nuschelt Samantha in typisch amerikanischem Slang ins Publikum. Neben ihr macht Bassistin und Keyboarderin Leslie die weibliche Front in der Band komplett. Die beiden Frauen messen gerade mal jeweils 1,55 m, scheinen aber die Hosen in der Gruppe anzuhaben. Percussionist Oliver trommelt Kaugummi kauend mit spaßiger Miene während Nikki und Matthew jeweils Gitarre und Synthesizer bedienen. Das Durchschnittsalter der Band ist schwer einzuschätzen. Von Anfang bis Ende Zwanzig ist alles möglich.

Kein Wunder, dass Friends gerade als der heiße Scheiß gelten. Ihr Post-Synthie Pop ist von funkigen Riffs der 70er und Old-School Beats der 80er beeinflusst. Typisch Brooklyn Sound könnte man meinen, aber Friends bieten mehr: Tropische Rhyhtmen, Disco-Pop und Samantha Urbanis starke Stimme vervollständigen ein eingängiges Sound-Mosaik, das zum absolut Tanzen verpflichtet.

Den Hipster-Kleidungsstil mögen sie trotzdem. Die Frauen glänzen gepirct im 80er Lock und die drei Männer sind elegant sportlich in Chucks und engen Hosen gekleidet. Neben den Hits Friend Crush und I´m His Girl spielt die Band fast alle Lieder aus dem Debüt Manifest!, das erst Anfang Juni hier erscheint. Die Leute tanzen überdurchschnittlich oft zu den Sounds und Friends ziehen trotz erheblicher Müdigkeit gut gelaunt ihre Show ab. „We ´re really tired because we just came from Berlin.“, haucht Samantha ins Mikro. Die anderen wechseln sich bei fast jedem Stück mit den Instrumenten ab, obwohl keiner wirklich professionell spielen gelernt hat. Vor allem ist ihr Spaß an der Sache deutlich zu spüren –  Für bestimmt groß rauskommende Newcomer ein Pluspunkt. Nach zwei kurzen Zugaben geht es dann zurück in den Backstage Bereich oder zum Plaudern mit Fans. Friends sind zwar noch relativ unbekannt, haben aber alle Eigenschaften, um größere Shows zu spielen. Live strahlen sie genauso viel Coolness aus wie ihre Songs. The next big thing? Definitely!

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The Water Safety

the water safety

Indierock mit elektronischen Einflüssen – das ist jetzt schon seit über einem Jahr ziemlich in Mode. Auch die Frankfurter Band The Water Safety bedient sich diesem Musikstil. Trotzdem hat man nicht das Gefühl, dass sie in diese ganze Indie-Electro-Pop-Schiene passen – sie klingen nicht, als wären sie auf irgendeinen fahrenden Zug aufgesprungen, sondern doch sehr individuell. Die ganze Sache wird bei der Band, die ihre Wurzeln mehr im Alternative-Bereich hat, sehr experimentell angegangen. Da schichten sich mehrere Ebenen an- und übereinander und am Computer werden die Gitarrenmelodien noch einmal deutlich aufgemotzt – auffallend zurückhaltend wird dabei der Gesang eingesetzt.

Man merkt den fünf Jungs an, dass sie bereits alte Hasen im Musikgeschäft sind. Teils aus der regional erfoglreichen Band Colourful Grey entstammend, entschieden sie sich 2008 dann dazu, mehr in die elektronische Richtung zu experimentieren. Dabei wird diesmal der Fokus sehr stark auf die Musik an sich gesetzt, es gibt kaum Bandfotos, die bandeigene Homepage zieren die Plattencover ihrer Singles. Eine weitere Besonderheit: alle The Water Safety – Songs sind zum Download auf der Homepage verfügbar, jeder einzelne als Single mit dazugehörigem Coverartwork, das von der Band selbst gestaltet wurde. So solle jedem Song die selbe Bedeutung und Würdigung beigemessen werden – fast natürlich, dass die Singles auch auf Vinyl erhältlich sind. Schließlich sind The Water Safety große Schallplattenfans, ihrer Meinung nach hat die CD inzwischen wieder ausgedient. Außerdem kann man sich noch eine kurze EP herunterladen, die in einer experimentellen Reflektionsphase entstand, nach der zwei Mitglieder zu der vorher dreiköpfigen Band hinzustießen.

Wer noch mehr zu The Water Safety wissen will, sollte sich das Interview, das ich mit ihnen bei Radio Rheinwelle geführt habe, anhören.

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Bombay Bicycle Club in der Batschkapp

Dass Bombay Bicycle Club eine fleißige Band sind, ist bekannt. Für ihr neuestes Album A Different Kind of Fix, das am 12. September erscheint, ging das Quartett auf Promo-Tour und landete in Frankfurt. Begleitet von den Indie-Rockern Flashguns (guter Geheimtipp), spielten BBC ihre größten Hits, unter anderem auch neue Tracks. Nur eines fehlte: Songs aus dem zweiten Album Flaws. Kein einziges Akkustik-Lied. Etwas schade.  Always Like This, Evening /Morning oder Cancel On Me vom Debüt fanden großen Anklang beim Publikum. Und immer wieder zu beobachten- das Dauerlächeln von Sänger Jack Steadman. Er wirkte so, als ob er während des gesamten Auftritts in sich hineinlächeln würde. Sympathisch, sympathisch allemal. Das junge Alter der Band war bei der Professionalität fast vergessen.

                                                                                                                Der Sänger von Flashguns

Neue Song wie Shuffle oder How Can You Swallow So Much Sleep animierten zum Tanzen. BBC haben wieder alte Pfade eingeschlagen. Schneller tanzbarer Indie-Rock mit Gute-Laune-Faktor. Somit scheint der Ausflug ins Folk-Genre mit Flaws (2010)  einmalig gewesen zu sein – Was die Playlist auch beweist. Live ist die Band jedenfalls absolut sehenswert. Konzentriert, aber nicht abgehoben. Bei Always Like This gröhlt die Menge mit – und Jack Steadman grinst in sich hinein.

Live bei Glastonbury mit Shuffle:

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Das Konzert, das nie stattfand

http://www.facebook.com/pages/frenchfilms

Konzerthopping deluxe – das war meine Welt in den letzten Wochen. Auf ein Konzert freute ich mich dabei besonders, seitdem es vor anderthalb Monaten angekündigt worden war. Die finnische Indie-Band French Films, von der wir hier auch schon berichtet haben, sollte in dem ziemlich coolen Nachtleben in Frankfurt auftreten. Sie waren als Vorband der deutschen Alternative-Band The Stories angekündigt, die ich vorher gar nicht kannte und die ich mir so auch nicht angeschaut hätte.
Erstes Problem: Wie überzeugt man Leute mit auf ein Konzert zu kommen, einer Band die sie nicht kennen, nur um eine Vorband zu sehen, die sie nicht kennen? Offenbar muss ich überzeugend sein, denn ohne die Lieder zu kennen, sagten mir Leute zu. Doch dann tauchte gleich das nächste Problem auf: Aufgrund verschiedener Kommunikationsschwierigkeiten war ich an diesem Abend zum Arbeiten eingeteilt – doch auch dieses Problem ließ sich lösen. Am Morgen des Tages an dem das Konzert stattfinden sollte, konnte ich durch ein paar Gespräche abklären, dass ich doch frei hatte.
Dem Auftritt auf den ich mich so gefreut hatte stand also nichts mehr im Wege – von wegen! Eine Stunde nach dem erlösenden „Geh auf dein Konzert!“ checkte ich noch einmal die Homepage des Clubs – die mich schön darauf hinwies, dass das Konzert „auf unbestimmt“ verschoben sei. Verschoben! Und das fällt denen natürlich erst am selben Tag ein! Telefonisch war beim Nachtleben natürlich niemand zu erreichen, auch meine Mail wurde bisher nicht beantwortet.
Es ist schon schade, dass ein so angesagter Club wie das Nachtleben sich da so unprofessionell zeigt. Diese Informationspolitik ist auf jeden Fall noch ziemlich verbesserungswürdig.

Aber um diesen Artikel noch irgendwie positiv zu beenden, weise ich euch jetzt einfach mal auf die neue Single Convict der French Films hin, die auch auf dem kommenden Album enthalten sein wird!

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Cargo City mit Dance/Sleep – Single, Album und Tour

http://www.cargocitymusic.com

Aus dem ehemaligen Soloprojekt von Sänger Simon Konrad ist inzwischen eine komplette Band geworden. Und erstmals ist auch diese in ihrer kompletten Besetzung in einem Video zu sehen. Mit ihren Instrumenten haben sie sich in der mit geschlossenen Augen tanzenden Menge postiert – im Video zur neuen Single Dance/Sleep. Diese gibt einen interessanten Vorgeschmack auf das gleichnamige Album, das am 15. April erscheint.
Im Gegensatz zum letzten Album On.Off.On.Off klingt Dance/Sleep wieder elektronischer. Trotz der Bandunterstützung steht Simon Konrads markante Stimme weiterhin im Mittelpunkt, sie ist es auch, die Cargo Citys Musik so besonders macht.

Die Single gibt es inzwischen auch zum kostenlosen Download auf soundcloud.com:

Natürlich ist die Frankfurter Band live immer zu empfehlen, wovon ihr euch Ende dieses Monats auch selbst ein Bild machen könnt, denn da sind die fünf in ganz Deutschland unterwegs. Irgendwo in eurer Nähe sind sie bestimmt, ihr kommt also gar nicht drum herum 😉

26.04. Hannover – Cafe Glocksee
27.04. Braunschweig – Luke 6
28.04. Bremen – MS Treue
29.04. Düsseldorf – Pretty Vacant
30.04. Münster – Amp
01.05. Regensburg – Die Heimat
02.05. Innsbruck – Weekender
03.05. München – 59to1
05.05. Biberach – Abdera
06.05. Freiburg – KTS
07.05. Wiesbaden – Kreativfabrik
08.05. Bensheim – PiPaPo
10.05. Potsdam – Waschhaus
11.05.  Hamburg – Haus 73
12.05. Leipzig – Werk2
13.05. Berlin – NBI
14.05. Plauen – Club Zooma
17.05. Frankfurt – Sinkkasten

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Zwischen Wohnzimmer und Stadion

Es fand also schließlich doch statt: Nachdem das Madsen-Konzert eigentlich ja schon im Mai sein sollte und es wegen der Handverletzung des Sängers Sebastian erst einmal auf unbestimmt verlegt worden war, gaben sich Madsen und Eternal Tango als Vorband also jetzt erst im November die Ehre: vor einem größeren Publikum als ursprünglich geplant, denn von der Batschkapp in Frankfurt war man umgezogen in die etwas größere Hugenottenhalle in Neu-Isenburg. Ein Grund dafür, dass die Band immer Neu-Isenburg und Frankfurt grüßten – es hatten sich auf ihre Nachfrage hin auch mehr Frankfurter unter den Anwesenden gemeldet.

Zuerst waren aber Eternal Tango dran, die ich schon mal live gesehen hatte und die wie damals auch schon bewiesen, dass sie es einfach drauf haben. Ich glaube ich habe noch nie eine Vorband erlebt, die dem Publikum derartig einheizten wie Eternal Tango. Der Eintritt hätte sich alleine schon für sie gelohnt.
Etwas schade eigentlich, dass dann erstmal eine längere Umbauphase folgte, als Madsen schließlich die Bühne enterten waren wir nämlich schon fast wieder kalt geworden.

Die Wendländer konnten dann mit einer gelungenen Mischung aus alt und neu, Freundlichkeit, Show und Ironie absolut überzeugen.
Es ist ein Phänomen der Madsen-Texte, dass sie immer mitsingbar sind – obwohl ich ihre Alben echt selten höre, kann ich immer jedes Lied komplett auswendig mitsingen.
Das Mitsingen forcierte Sänger Sebastian auch, in dem er das Publikum immer wieder anfeuerte noch lauter zu singen und alles zu geben. Mitunter war mir das sogar ein bisschen zu viel des Guten, es heizte aber naturgemäß die Stimmung ordentlich an.
Insgesamt beherrschte Sebastian das Spiel der Menge wie ein Vollprofi. Lustigerweise reagierte das Publikum auch hauptsächlich nur auf seine Ansagen, Gitarrist Johannes Madsen hatte mit seinen nicht so viel Erfolg.

Sänger Sebastian Madsen ist auf der Bühne zuhause

Passend zur Location (irgendwas zwischen kleinem Club und großer Halle) war schließlich auch der gesamte Auftritt, es war irgendwas zwischen Stadionrock und Wohnzimmerkonzert, einheizende Parolen wechselten sich mit lockeren Plaudereien mit dem Publikum ab.
Von den Alben spielten sie glücklicherweise alles durchmischt, auch die älteren Songs kamen nicht zu kurz und machten eigentlich noch mehr Stimmung als die vom neuen Album. Sogar den Wunsch aus dem Publikum nach einer B-Seite erfüllte Sebastian Madsen, wenn gleich er „Shoppen gehen“ nur bis zur Hälfte ungefähr spielte, da er sich an den Rest nicht mehr erinnern konnte.
Aktionen wie diese waren über das gesamte Konzert verteilt und machten auch richtig Spaß. Sebastian warf einen Schellenkranz in die Menge und forderte von der jungen Dame, die ihn gefangen hatte, und die er daraufhin, da er den Namen nicht verstanden hatte, nur noch „Ingo“ nannte, dass sie auch schön im Takt zu den Liedern spielen sollte. Der Schellenkranz wanderte dann durch das Publikum, Ingo schien immer wieder woanders zu sein. Zudem war der 10.11. nicht nur irgendein Tag, es war der Geburtstag des Schlagzeugers Sascha Madsen, dem seine Bandkollegen/Brüder auf der Bühne ein Geschenk „überreichten“: ein Miniaturschlagzeug auf dem er Sebastian zu Hello Again begleiten sollte, denn: Das ist dein Geburtstag, da musst du jetzt durch! Schließlich durfte er es aber kaputt machen und die Einzelteile ins Publikum schleudern.


Sascha und sein Geburtstagsgeschenk

Sehr cool war auch die Coverversion ihres Lieblingssongs Where Is My Mind? von den Pixies. Ich bin selber nicht so ein Fan der Originalversion, Madsen interpretierten das Stück aber sehr schön.
Im Endeffekt bewiesendie Jungs und das Mädel (Keyboarderin Lisa, die erst seit diesem Jahr dabei ist) ziemliches Durchhaltevermögen,  denn der Auftritt ging mit einigen Zugaben knapp 2 Stunden lang – im Gegensatz zu den Fans, die sich zu dem ruhigen Lied Obenunten kurzerhand aus Bequemlichkeit hinsetzten, weshalb Sebastian den Song kurzerhand abbrach, als ihm dann auch noch eine Seite riss und zu Nachtbaden überging, mit dem das Konzert dann auch endete.

Die Jungs der Vorband verteilten draußen noch Sticker und Autogramme und ein gelungener Abend ging zu Ende…

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