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Fuck Art, Let´s Dance im Interview: „Lasst euch einfach gehen!“

Nicht nur ihr Name klingt gut, sondern auch ihre Musik. Fuck Art, Let´s Dance aus Hamburg sind zurzeit im Studio und basteln an ihrem Debüt-Album. Wir trafen das Indiepop-Trio Nico, Tim und Romeo vor einem Gig auf ihrer Deutschland- Tour Anfang des Jahres  und quatschen mit ihnen über Labels, Lampenfieber und Lust am Spielen.

Indielikat: 2012 seid ihr ja viel getourt. Wie habt ihr das Jahr so erlebt?

Tim: Kein Jahr ging schneller vorbei. Wir sind sehr viel getourt in vielen Städten und es sind mehr Leute gekommen zu unseren Shows als vorher.

Romeo:  Es ist ziemlich viel passiert. Wir sind erwachsener geworden und haben uns musikalisch weiterentwickelt.

Nico: Wir sind viel mehr eine Einheit geworden. 2012 war für uns das gute Jahr mit 100 Konzerten.

Indielikat: Ihr habt bereits zwei EPs veröffentlicht. Folgt bald auch ein Album?

T. : Wir haben uns ja musikalisch einfach verändert und es wurde Zeit fürs Album. Letzten November haben wir angefangen und Frittenbude hilft uns.

R.: Wir sind ja gerade im Studio in Berlin mit Jakob. Das ist gerade das große Thema bei uns.

Indielikat: Sind dann nur neue Songs darauf enthalten?

R: Ja, nur neue Songs. Diese Tour ist die letzte mit dem Set, das wir haben.

Indielikat: Ihr werdet oft mit Bands wie Two Door Cinema Club verglichen. Wie würdet ihr euch einordnen?

R: Wenn du sagst, du machst Indie und tanzbar, ist das schlecht. Das macht ja jeder.

T: Die Zeit der Genres ist vorbei. Es ist schwer für uns, uns einzuordnen, da wir uns immer weiterentwickeln.

Indielikat: Was hört ihr denn so privat ?

T: Ich höre unglaublich viel Hip Hop.

N: Witchhouse und Purity Ring gerade. Ich mag diesen düsteren Sound,  also mehr Atmosphäre und mehr elektronische Spielereien. Manchmal höre ich  dann auch Local Natives oder so. Mit unserem neuen Album wollen wir jedenfalls technischer werden.  Auf der Bühne gehen wir viel mehr ab. wir gehen ein bisschen in diese Math-Rock Richtung. Das  ist was Leute vielleicht nicht erwarten, aber es ist immer noch unser Sound.

Indielikat: Ihr seid auf Audiolith, was ja bekannt ist für seine elektronischen Acts und vor allem seinen Hang zum Politischen. Inwiefern passt ihr da rein?

N: Wir waren selber etwas überrascht. Aber es gibt ja ganz verschiedene Acts auf diesem Label.

T: Wir haben uns einfach auf Anhieb gut verstanden. Das hat dann gepasst.

Indielikat: Seid ihr quasi eine Art verschworene Gemeinschaft?

N: Ich find das Gefühl ziemlich geil, wenn man mal sagt, okay komm, wir chillen jetzt mal alle zusammen oder wir gehen ins Berghain abdancen. Das könnte ich mir halt  bei einem Warner-Chef nicht vorstellen. Alle verstehen sich, alle sind eine Familie. Das ist das Coole.

Indielikat: Politische Texte , wie sie Frittenbude oder Egotronic schreiben, interessieren euch also nicht?

N: Politisch sind unsere Texte gar nicht. Unser Album hat eigentlich das Oberthema, dass es ums Ausbrechen geht. Um Erwachsenwerden und Selbstfindung. Audiolith ist zwar ein sehr politsches Label, aber das hat auch nicht gestört, dass wir  selbst nicht so sind.

Indielikat: Findet ihr es nicht krass, wenn es bei Frittenbude heißt: „Nie wieder Deutschland“?

T: Es ist auch nur das Oberflächliche in den Texten ,was nach außen scheint. Was genau sie denken, da müsste man sich mit ihnen zusammensetzen und über Politk reden.

Indielikat: Euer Name impliziert auf die Kunst zu scheißen. Eure Musik ist aber auch eine Art Kunst, wie jede andere auch.

N: Wir sagen ja nicht, dass wir Kunst hassen. Wir mögen halt nicht diese Einstellung, sich irgendwas anzuschauen, sei es Konzert oder Kunst, und  dann alles mit scharfem Blick genau analysieren zu wollen. Ätzend.

T:  Sich einfach gehen lassen, das wollen wir damit aussagen.

Indielikat: Viele Bands spielen ähnliche Musik wie ihr. Wie kann man da noch hinausstechen?

T: Wir sind halt eine Band und machen unser eigenes Ding. Ob die Leute das annehmen oder nicht, können wir nicht beeinflussen. Für mich persönlich ist es interessanter, ob eine Band z.B lang befreundet ist seit ihrer Kindheit und schon viel zusammen durchgemacht hat. Das spiegelt sich ja dann auch in der Musik wieder.

Indielikat: In der heutigen Musikbranche ist es ja auch schwer, Fuß zu fassen.

T: Wichtig ist halt immer am Ball zu bleiben, sich den Arsch wund spielen und nicht aufzugeben. Wenn man merkt, dass es das Richtige ist und auch den Leuten gefällt, dann sollte man nicht aufhören. Es ist halt eine heiden Arbeit und man darf sich nicht zurücklehnen.

N: Man weiß ja eh nie was kommt. Dann kann man nur das machen, was man liebt.

Indielikat: Ihr seid für das Album nach Berlin gezogen, das machen ja gerade viele. Warum dorthin?

T: Das hat sich angeboten, weil Jakob von Frittenbude da auch lebt. Wir wollten das Album sehr gerne mit ihm machen.

R: Ob wir nach den Aufnahmen da noch bleiben, steht erst mal in den Sternen.

N: Hamburg ist im Vergleich zu Berlin auch mega klein. Du hast dein Szene-Viertel und das wars. In Berlin kannst du überall hin. Es ging aber nicht um die Stadt, sondern weil Jakob da war. Jemanden zu haben, mit dem du dich richtig gut verstehst, ist das Wichtigste

Indielikat: Wie sieht es denn mit eurer Fanbase aus? Gibt es regionale Unterschiede?

T: Hmm, das ist schwer einzuschätzen, wie groß wir sind. Kassel und Regensburg gehen richtig gut. In vielen Städten sind wir ja zum ersten Mal. Aber vor allem die Leute in kleinern Städten sind heiß darauf, wenn man mal solche Musik  wie wir spielt.

N: In Mühlhausen zum Beispiel gibt es nur einen Schuppen und da gehen alle hin. Wir haben da gespielt und es war rappelvoll. Das war cool.

Indielikat: Habt ihr nach so vielen Gigs überhaupt noch Lampenfieber?

R: Jetzt wieder schon, da wir lange nicht mehr gespielt haben.

T: Wird aber richtig geil, wieder zu spielen.

Indielikat: Ihr seid ja schon eine Band, bei der die Leute abgehen sollen.

T: Ja, wir wollen die Leute auf jeden Fall unterhalten.

R: Es soll ja auch beiden Seiten Spaß machen. Uns und den Leuten.

Fuck Art, Let´s Dance sind auch bald wieder auf Deutschland Tour. Hier die Daten:

13.04.2013
DE – Osnabrück – Popsalon
26.04.2013
DE – Berlin – About Blank
27.04.2013
DE – Augsburg – Schwarzes Schaf
28.04.2013
DE – München – Feierwerk
11.05.2013
DE – Hamburg – Molotow
19.05.2013
DE – Töging am Inn – Bock Am Inn Open Air
25.05.2013
DE – Graal-Müritz – Jugendclub
30.05.2013
AT – Graz – Springfestival
31.05.-02.06.2013
DE – Mannheim – Maifeld Derby
04.07.-06.07.2013
DE – Zinnowitz – Utopi
12.-14.07.2013
DE – Hannover – Bootboohook

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Friska Viljor Album Stream!

Remember Our Name heißt das inzwischen fünfte Album des schwedischen Indietronic-Folk-Duos Friska Viljor – wobei der Titel außer Frage steht: wer ein einigermaßen fleißiger Festivalgänger ist, wird den Namen der Band mehr als einmal vernommen und mit mitreißenden, witzigen Live-Auftritten in Verbindung gebracht haben.
Dieses neue Album wird am 18. Januar veröffentlicht werden, bei tape.tv gibt es aber jetzt schon einen kompletten Album-Stream. Ein bisschen folkiger als das letzte ist es wieder geworden, wobei über allem natürlich der immer etwas schräge, unausgebildete Gesang steht, der den hölzernen Charme von Friska Viljor ausmacht. Also hört rein und teilt uns mit, ob eure Erwartungen erfüllt wurden!

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Leslie Clio: Neues Video zu „I Couldn´t Care Less“

Miss Clio ist derzeit in aller Munde. Kein Wunder, wenn sie als deutsche Adele gehandelt wird, sich  einen Plattenvertrag bei Universal geschnappt  und schon auf den großen Festivals dieses Landes gespielt hat. Ihre erste Single „Told You So“ läuft im Radio bereits hoch und runter. Jetzt folgt Auskopplung Nummer zwei „I Couldn´t Care Less“ mit  einem neuen Clip. Frei nach dem Song-Motto “ I Don´t Give A Fuck“ spielt der Clip mit verschiedenen Kurz-Szenen, Kameraeinstellungen und allerlei bunter Requisite. Die gebürtige Hamburgerin witzelt herum und macht klar: Lasst den Stress hinter euch und macht euch locker.“Den Rat nehmen wir doch gerne zu Herzen.

Das Debüt „Gladys“ erscheint am 8. Februar.

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Vorgestellt: Binoculers

Es ist immer wieder bemerkenswert, wie man mit  wenig Mitteln so viel ausdrücken kann. Nur mit ihrer Gitarre  hauptsächlich ausgestattet spielt die Hamburgerin Nadja Rüdebusch unter dem Pseudonym Binoculers  schöne minimalistische Folk-Songs. Manchmal klingt auch ein Keyboard und ein Glockenspiel dazwischen. Mit sanfter Stimme singt sie übers Reisen, Sehnsüchte und die kleinen Dinge des Lebens. Tagträumereien sind hier garantiert. Das neue Album „There is not enough space in the dark“ erscheint am 2. November und als erste Single gibt es „Monsters“, das sogar legal als Download zur Verfügung steht. Übrigens heißt es in der Presseinfo zur Namensherkunft: Es bezeichnet keinen Gegenstand, sondern Menschen, die nicht nur die Welt wie durch Ferngläser (engl. binoculars) betrachten, sondern deren Innenleben ebenso betrachtet werden kann. Als Linsen dienen Worte und Musik. Eindrücke werden durch sie vergrößert, entrückt, gebrochen und gestreut, je nachdem, wie nah oder fern man ihnen ist und von welcher Seite man sich nähert.
Immer her mit den vielen Eindrücken!

Hier das schöne Video zur aktuellen Single „Monsters“

Und die aktuellen Tourdates:

31/10/12   Freiheit & Roosen – Hamburg*
01/11/12   Brause – Düsseldorf*
02/11/12   Karoshi – Kassel*
03/11/12   Raststätte – Aachen*
04/11/12   Café Fabiunke – Bonn*
05/11/12   Grandhotel – Augsburg*
06/11/12   Oetinger Villa – Darmstadt*
07/11/12   NUN – Karlsruhe*
08/11/12   Galerie No Smoking – Strasbourg (F)*
09/11/12   Blau – Mannheim*
10/11/12   Buchcafé – Bad Hersfeld*
11/11/12   Die Gesellschaft – Hamburg*
15/11/12   Gelegenheiten – Berlin**
16/11/12   England, England – Dresden**
17/11/12   Dr. Seltsam – Leipzig**
18/11/12   Prinz Willy – Kiel**
19/11/12   Bismarck 106 – Bremen**
20/11/12   SissiKingKong – Dortmund**
21/11/12   Weltempfänger – Köln**
22/11/12  Pools – Göttingen**
24/11/12   Bands Privat (Haus auf der Mauer) – Jena**

* with band and Nicolai Schorr
** Duo, with Nicolai Schorr

09/12/12   Düsseldorf – LAMA Musik Jahresabschlusskonzert

16/01/13   Café Galao – Stuttgart*
17/01/13  tba
18/01/13  Figurentheater – Ravensburg*
19/01/13   Action House – Heidelberg*
20/01/13  tba
21/01/13  Schwarze Katz – Konstanz*
22/01/13 tba

* with Black Ribbon

01/03/13  Flöz-k – Werne

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Reeperbahnfestival 2012 – Donnerstag

Von wegen die Festivalsaison ist vorbei! Pünktlich zum Ende des Sommers präsentierte das Reeperbahnfestival in Hamburg unzählige Musiker, Künstler, Performer, DJs und überhaupt Kreative aller Art.
Entlang der berühmten Partymeile werden jedes Jahr nicht nur die diversen Clubs wie Die Große Freiheit 36, das Molotow oder das Gruenspan, sondern auch die Straße selbst oder ausgefallene Orte wie ein Partybus zu den unterschiedlichsten Festivalbühnen.

Dabei war das Line-Up mal wieder ein großes Potpourri aus mehr oder weniger bekannten nationalen und internationalen Musikern, die sich die Zeit vor, nach oder auch zwischen ihren Auftritten gern mal mit kleinen Akustigigs auf dem Spielbudenplatz oder entlang der Reeperbahn vertrieben. Als eine dieser Bühnen fungierte die Stage East, die gleich am Donnerstag einige interessante Acts zu bieten hatte. Zunächst gab es dort den Italian Aperitif mit den drei italienischen Bands Moustache Prawn, Fabrizio Cammarata und Blue Willa, den ich allerdings mehr nur am Rand mitbekam, schließlich musste am ersten Tag erstmal alles ein bisschen erkundet werden. Ziemlich schnell ging zum Glück das Holen der Festivalbändchen, da donnerstags allgemein noch nicht so viel los war auf dem Spielbudenplatz. Ein Dank geht an dieser Stelle übrigens nochmal raus an alle, die für das Kunstplakat gevotet haben, da sich dort am Ende das Plakat mit meinem Motiv durchgesetzt hatte und ich so einen Gästelistenplatz für alle drei Tage erhielt.
Aber zurück zur Stage East: Als Einar Stray zusammen mit seiner Band im Wollpulli den kühlen Temperaturen trotzte und dabei träumerisch klingende Arrangements von Piano, Geige und Gitarre zum Besten gab, war es doch ziemlich voll geworden auf und neben den Sesseln auf der kleinen Holzbühne.
Diese Menge war eine Viertelstunde später allerdings wieder verschwunden und so spielte der deutsche Singer-Songwriter Nicolas Sturm vor deutlich weniger Publikum. Unterstützt von seinem Drummer, den er liebevoll als „Klingenensemble“ bezeichnete, gab es ehrliche Texte zu Gitarrenmusik, die sich mehr in die Tradition englischer Folkmusiker denn in die deutscher Liedermacher stellt.

Vom Zeitplan aber auch von der Kälte getrieben, führte uns der Weg nur ein paar Meter weiter in den Keller des Molotow. Capital Cities aus L.A. standen dort auf dem Programm und sorgten schon für einen gut gefüllten Konzertraum und wohl für den stimmmungsvollsten Auftritt den ich bei diesem Reeperbahnfestival genießen durfte.
Mit Hawaiihemden unter den Jackets kamen sie auf die Bühne und nahmen sie direkt für sich ein. Elektronische Popmusik, die durch das geniale Trompetenspiel von Spencer Ludwig verfeinert wurde, brachte nicht nur Ryan Merchant und Sebu Simonian, die beiden Köpfe der Band, zum Tanzen sondern auch das ganze Publikum. Besonders Good Shit und die Single Safe and Sound brachten die Menge zum Kochen, denn die sehr an die 80er erinnernde Popmusik mit Einflüssen aus Dubstep, Electronica und Reggae ging scheinbar jedem gut ins Ohr und in die Beine.


Danach war erstmal eine Verschnaufpause nötig, die wir uns aber im Molotow gönnten. Dort waren als nächstes I Got You On Tape an der Reihe. Die nach einem bunt zusammengefwürfelten Haufen aussehende Gruppe aus Kopenhagen spielte aber einen ziemlich organischen Mix aus melancholischem Indiepop, Shoegaze und Electro und sorgte für einen unheimlich starken Sound. Irgendwann schien sogar Sänger Jacob Bellens überrascht zu sein über die krasse Lautstärke, die seine Band da fabrizierte.

Das Publikum hatte sich inzwischen ziemlich geändert, als nächstes waren TOY dran, das Molotow war gepackt voll. Die Engländer ließen sich nicht lumpen und spielten ihre Songs quasi in einem Rutsch, nur manchmal wurden kurze Ansagen dazwischengenuschelt, die aber kein Mensch verstand. Auch nicht schlimm, die Musik überzeugte schließlich. Tom Dougall & Co., die mit ihren langen Haaren und dem Klamottenstil wie aus den 70ern entsprungen schienen, schrammten ihren Psychedelic-Krautrock in sphärische Wellen, die den ganzen Raum ergriffen – Bandmitglieder look-alikes in den ersten Reihen wiegten sich mit geschlossenen Augen zu den Klängen, der Rest wippte irgendwie mit, aber auch gefangen von der Intensität des Sounds. Der Höhepunkt war eindeutig die Single Left Myself Behind, die sich über sieben Minuten erstreckte.


Eigentlich hätte ich gerne noch 2:54 gesehen, aber nach 3 so intensiven Bands im doch relativ kleinen und sehr vollen Molotow-Club mussten wir erstmal an die frische Luft. Draußen wartete eine lange Schlange auf Einlass – hier hätten wir also nach einer Pause keine Chance mehr reinzukommen.
Dafür zog es uns dann eine kurze Zeit später nur ein paar Meter weiter in die Docks: Kakkmaddafakka waren angesagt.
Und sie boten die Show für die bekannt sind: Nach einem Mix aus bekannten Songs von ihrem Album und einigen neuen Songs (worunter einer sogar seine Live-Premiere an diesem Abend feierte) war die komplette Band oberkörperfrei und das Publikum nass geschwitzt vom Hüpfen und Tanzen. Absolute Attraktion war wie immer der „Kakkmaddachoir“, der nicht nur für den Hintergrundgesang sondern auch witzige Tanz- und Rapeinlagen sorgte und natürlich Keyboarder Jonas „Mr. Jones“ Nielsen, der wie verrückt das Keyboard beackerte und wie immer abgehoben in anderen Sphären zu schweben schien. Das Ganze war im Endeffekt die bekannte aber spaßige Kakkmaddafakka-Party, die man sich eben auch gerne immer wieder anschaut.

Ein besserer Festivalauftakt ist schwer vorstellbar – die Messlatte für die anderen beiden Tage war bereits ziemlich hochgelegt.

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Sympathische Indiestreber mit Audiolith-Beats

Wer den Namen Audiolith hört, ist schnell versucht eine Schublade aufzumachen. Der Schatten von Egotronic, Mediengruppe Telekommander oder Frittenbude ist groß und kann einen schnell verdecken. Auch FUCK ART, LET’S DANCE! sind bei Deutschlands In-Label Nr.1 unter Vertrag, sie einfach nur irgendwo hinter die Labelgrößen einzureihen wäre aber falsch.
Was soll all der künstlerische Anspruch, wenn es am Ende sowieso nur ums Tanzen geht, scheinen sich die drei Jungs zu sagen und frickeln verspielte Electrobeats mit tanzbaren Gitarrenriffs zusammen. Musikalisch verorten sie sich somit irgendwo in der Nähe von frischen deutschen Indiebands wie Beat!Beat!Beat! oder I Heart Sharks, Tomte-Zitate auf ihrer Facebook-Seite lassen die Heimatstadt Hamburg erahnen und über allem steht dann auch wieder Audiolith Records, was gemeinsame Shows mit Egotronic, Captain Capa und We Are Enfant Terrible zur Folge hat.
Die einzige Veröffentlichung unter dem großen Namen war bisher die Single The Conqueror, deren Video die Jungs als sympathische Indiestreber mit Nerdbrille und dazu ein ziemlich goldiges Was-wäre-wenn (oder wenn nicht?) – Szenario präsentiert.

Seitdem stand ersteinmal fleißiges Touren und Sich-im-Rest-von-Deutschland-einen-Namen-machen auf dem Programm. Möglichkeiten die Jungs live zu sehen gab es daher schon einige, wer es bisher verpasst hat, hat im Februar nochmal die Chance:

02.02.2012 Magdeburg Projekt7
03.02.2012 Berlin Naherholung Sternchen
04.02.2012 Hannover Cafe Glocksee
24.02.2012 Nürnberg Stereo
25.02.2012 Passau Zeughaus

 

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Digitalism verschenken Song

http://www.facebook.com/digitalism

Don’t believe the hype heißt es ja im Allgemeinen immer – so aber nicht bei mir und Digitalism. Ja ich gebe es zu, ich bin erst jetzt durch den Hype um ihr zweites Studioalbum I Love You Dude auf das Hamburger Elektroduo aufmerksam geworden. Na und, dafür kann ich jetzt auch ihre älteren Songs abfeiern, die ihr alle schon nicht mehr hören könnt!
Aber genug davon, der Ausgangspunkt dieses Textes ist eigentlich, dass es mit Miami Showdown einen ziemlich geilen Track des oben genannten zweiten Albums zum kostenlosen Download gibt.
Dafür muss man nur auf Digitalisms Facebookpage gehen und seine E-Mail-Adresse angeben, um den Downloadlink zu erhalten. Klingt ziemlich einfach – ist es auch!

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Bands machen die Reeperbahn unsicher

Es war eine ziemlich spontane Entscheidung: Über das Wochenende war ich zu Besuch in Hamburg und dann kamen wir auf die Idee, den Samstagabend doch auf dem Reeperbahnfestival zu verbringen. Da spielten von Donnerstag bis Samstag in allen möglichen Clubs über die ganze legendäre Reeperbahn verteilt Bands oder Solokünstler. Kunst und Filme gab’s außerdem auch zu bestaunen. 30 Euro kostete die Tageskarte, die wir uns dann am Samstagvormittag auch holten. Und das zahlte sich auch wirklich aus!

Im Gegensatz zu sonstigen Festivals, gab es hier kein abgesperrtes Festivalgelände, die Reeperbahn war wie auch sonst für jedermann zugänglich und auch unabhängig vom Festival ging hier einiges ab. Man kann also sagen, das jeder hier auf seine Kosten kam.

Es beteiligten sich wirklich viele Clubs am Festival und dementsprechend viele Konzerte wurden angeboten. Daher spielten viele interessante Künstler gleichzeitig oder die Auftritte überschnitten sich zeitlich. Und die Reeperbahn ist ja auch ziemlich lang, daher dauerte es auch mal eine Viertelstunde um von der einen Band zur anderen zu wechseln, da bot sich auch mal eine Station mit der U-Bahn an. So war es uns leider nicht vergönnt, alle Konzerte, die uns interessierten, zumindest in ihrer vollen Länge zu sehen, aber wir waren mit unserer „Ausbeute“ schließlich doch ganz zufrieden.

Wir begannen in der Großen Freiheit 37 mit den Fotos. Ich muss ja sagen, dass ich ein zwiegespaltener Fotos-Hörer bin: Der große Teil ihrer ersten beiden Alben gefällt mir überhaupt nicht, ist mir zu langweilig, zu gleich klingend, zu glatt poliert. Dafür gibt es zwei Songs, die ganz oben mit drin sind in meiner Allzeit-Lieblingsliste: Ja, das ist einmal Giganten, das wohl beliebteste Fotos-Lied und dann noch Viele, ein ebenfalls sehr ruhiges leicht melancholisches Lied.

Inzwischen haben die Fotos ja ihr neues Album Porzellan veröffentlicht, das ziemlich anders klingt, als seine Vorgänger. Überhaupt nicht glatt poliert, sehr viel Hall sehr viel Krach. Nur das urtypische Fotos-Stilmittel, die häufigen Wiederholungen, ist geblieben.

Und der Auftritt in Hamburg erfolgte ganz im Stil des neuen Albums, aus dem natürlich auch die meisten Lieder gespielt wurden. Dementsprechend laut war es, dass einem später richtig die Ohren klingelten, ein Rockfeuerwerk zündeten sie deshalb noch lange nicht, dafür war das alles etwas zu statisch. Sympathisch kamen sie aber auf alle Fälle rüber, Sänger Tom Hessler mimte Dirk von Lowtzow und sagte lieber wenig als zu viel, der Rest der band hielt sich auch zurück. Überhaupt schienen Worte ziemlich im Hintergrund zu stehen, der neue krachende Sound übertönte häufig Hesslers Stimme und so wurde für mich dann auch aus Nach dem Goldrausch, nachdem mir der Titel kurzfristig entfallen war, „Nachts im Waldhaus“.

Der Höhepunkt des Fotos-Auftritts war für mich Viele, mit dem ich gar nicht gerechnet hatte. Normalerweise mag ich Giganten noch mehr, doch das gefiel mir live nicht so gut, warum kann ich gar nicht sagen. Insgesamt fand ich den Auftritt ziemlich überraschend und das mehr positiv als negativ.

Fotos-Sänger Tom Hessler

Das Reeperbahnfestival warb damit, dass viele Künstler aus dem hohen Norden vertreten waren, wobei wir von den Dänen, Finnen und Isländern nichts sahen, doch die nächsten Auftritte waren ganz skandinavisch: Zunächst machten wir uns auf in die Beatlemania, denn wie jeder Musikfan wissen sollte, waren die Beatles zu Beginn ihrer Karriere in Hamburg aktiv, und dementsprechend gibt es jetzt dort einen „Beatlesplatz“ und natürlich auch ein Beatles-Museum. Dieses beherbergt auch eine Bar und es können eben auch Bands auftreten. Dort war es dann zwar ziemlich eng, sobald mal ein paar Zuschauer gekommen waren, aber trotzdem eine wirklich coole Location. Wir sahen dort den Auftritt von Bye Bye Bicycle, einer Indiepopformation aus Schweden. Ich kannte sie vorher nicht, bin aber jetzt schon so ein kleiner Fan. Die Lieder sind fröhlich und tanzbar und haben etwas sehr Sympathisches und auch Witziges. Letzteres lag hauptsächlich an der Performance des Sängers, der sich auf der Bühne austobte, interessante Bewegungen und Gesten vollführte und schließlich auch noch sein T-Shirt zerriss. Schließlich gaben sie auch noch zwei Zugaben und spielten sich endgültig in das Herz des Publikums.

Bye Bye Bicycle im Video:

Der nächste Act auf unserer Liste war ebenfalls ein Schwede: Kristofer Åström. Als wir in den Fliegenden Bauten – eine Art Zirkuszelt – ankamen, war sein Auftritt leider schon fast vorbei, zwei Lieder bekamen wir aber noch mit. Es war eine ganz andere Atmosphäre als bei den Bicycles vorher – Åström stand alleine mit seiner Gitarre auf der Bühne, das Publikum saß auf Stühlen oder, weil kein Platz mehr war, auf dem Boden. Dementsprechend ruhig waren auch die Lieder, die von Herzschmerz erzählten. Es klang alles schon so ein bisschen wie: „Ich erzähl’ jetzt eine Liebesschnulze und klampfe dazu ein bisschen auf meiner Gitarre“ – die Lieder, die ich von ihm kenne, sind schon mehr richtige Songs – doch aufgrund seiner ebenso starken Stimme wie sein Gitarrenspiel, war es doch schön anzuhören und gerade noch nicht zu kitschig.

Ganz allein mit seiner Gitarre: Kristofer Åström

Weiter ging es mit Singer-Songwriter, diesmal eine Frau und diesmal aus Norwegen: Marit Larsen. Dass sie um Einiges bekannter ist, als Kristofer Åström ist zwar nicht verständlich, war aber deutlich zu erkennen am Auftrittsort (Docks) und der Menge des Publikums. Wir kamen so ungefähr zur Mitte des Konzerts und konnten kaum noch etwas sehen – was aber auch nicht weiter schlimm war. Das kleine Mädchen ist bei ihr eben nicht nur ein Image, es ist auf der Bühne, auf die sie sich ohne die Unterstützung ihrer zahlreich aufgestellten Begleiterband wahrscheinlich gar nicht getraut hatte. Man kann ruhig sagen, dass das doch total lieb und nett und putzig und sonst was ist, aber mir war das einfach zu brav. Und die Musik haut mich jetzt auch nicht so dermaßen vom Hocker. Wir verließen das Konzert dann auch wieder etwas früher.

In der Beatlemania hatten wir von einer kurzfristigen Programmänderung erfahren, der zufolge Carl Norén, seines Zeichens Frontmann von Sugarplum Fariy, als Solokünstler später noch im Beatles-Museum auftreten sollte. Wir rangen mit uns, entschieden uns dann aber doch, zu The Black Box Revelation zu gehen, Singer-Songrwriter hatten wir jetzt irgendwie genug gesehen. Außerdem kannten wir Carl ja schon live, im Gegensatz zu dem belgischen Duo.

The Black Box Revelation machten ziemlich viel Krach

Auch hier war der kleine Club schon ziemlich voll und der Auftritt zeitlich ziemlich weit fortgeschritten. Zuerst sahen wir überhaupt nichts, bis wir einen fast versteckten Gang entdeckten, der uns auf eine Art Balkon führte, von dem aus wir direkt auf die Bühne schauen konnten. Das ging dann auch wirklich gut ab.

Denn nicht erst seit Johnossi weiß man, wie viel Krach ein Drummer und ein Gitarrist auf der Bühne so machen können. Die Songs von The Black Box Revelation bestehen hauptsächlich aus krachenden Drums und langen, nur teilweise verzerrten Gitarrensoli. Manchmal kommt dann auch ein bisschen Gesang von Gitarrist Jan dazu, aber der ist eher nebensächlich.

Die beiden Belgier verstehen ihr Handwerk jedenfalls und versetzten das Publikum in die Zeit des Rock’n’Roll zurück, so dass sogar der Bühnenarbeiter grinsend am Bühnenrand saß.

Mein Video:

Cooler Abschluss waren dann die drei als Kühe verkleideten Mitarbeiter des Clubs, die kostenlos Ben&Jerry’s Eis verteilten.

Danach hieß es dann für uns: feiern gehen. Zum Glück berechtigte das Festivalbändchen aus Papier dann auch zum kostenlosen Eintritt zu den diversen Aftershowpartys.

Das setzte dann schließlich den Schlusspunkt unter einen richtig guten Abend.

mehr Fotos gibt’s hier

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