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ANIKA: ANIKA EP

Vor drei Jahren  begeisterte die britisch-deutsche Sängerin Anika die Musikszene mit ihrem selbstbetitelten Debüt.  Eine Stimme wie Nico singt zu dunklen Industrial-Popsongs mit Dub-Beats. Kühl und doch zugleich sehr elegant. Ihre Cover-Songs sind vornehmlich eine Homage an Punkbands und Idole aus den Sechzigern. Mit ihrer neuen selbstbetitelten EP (VÖ. 12. April) gelingt es der Wahl-Berlinerin erneut, einige Pop-Klassiker durch ihre Interpretation wieder neu aufzufrischen. Angeführt wird die Platte von der Kinks-Ballade „I Go To Sleep“, die sanft und melancholisch  als Opener dient. Neben Dub-Versionen ihrer Debüt-Songs „Yang Yang“ und „No One´s There“ featured die EP neue Covers von Bands wie Shocking Blue („Love Buzz“) und den Chromatics („In The City“). Funkiger als die originale Synthiepop-Version bekommt dieser Track mit Anikas rauer Stimme einen energischeren Anstrich. Es ist nicht einfach, gute Coversongs zu produzieren.  Anika verleiht ihnen aber einen ganz eigenen Charme aus düsteren Post-Punk-Elementen und elektronischen Spielereien.  Nostalgie mal anders.

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Song der Woche # 68

Song der Woche diesmal von The Duke Spirit aus London. „The Step And The Walk“ ist eine Single aus ihrem zweiten Album „Neptune“ von 2008. Typisch guter Londoner Post-Rock.

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Ghost of Tom Joad zu Gast in Mainz

Dass sie noch nie vorher in Mainz waren, erwähnten die Münsteraner Ghost of Tom Joad während des Auftritts ziemlich oft. Offenbar hatte sie das bisher sehr gewurmt, so sehr schien sie die Möglichkeit endlich in Mainz auftreten zu können, zu freuen.
Und dann nicht nur irgendwo in Mainz: heute Abend war die Indie- Post Punk – Band im SchonSchön, das sich innerhalb von nur einem Monat zu dem Szeneklub der Mainzer Studenten entwickelte und sich inzwischen, ein halbes Jahr später, auch immer mehr als Konzertvenue etabliert (erst kürzlich traten hier Blackmail auf).
An diesem Abend waren es aber zunächst Maitresse, eine Mainzer Band, die ihre Songs zum besten gaben. Ziemlich laut und krachend ging es zu bei ihrer Musik, Sänger Vincent sprach oder schrie dazu die deutschen Texte – dabei stand er oftmals mit dem Rücken zum Publikum, weshalb es öfters wirkte, als ob er seine Bandkollegen anschreien würde. Die Jungs gingen jedenfalls ziemlich gut ab und sorgten schon mal für eine gute Stimmung.

Nach nur einer sehr kurzen Umbauphase waren dann die Herren von Ghost of Tom Joad an der Reihe. An sich bewegen sich ihre Songs im eher ruhigeren Bereich, live ging das dann schon mehr in die Shoegaze-Richtung. Dazwischen brachte Sänger Henrik mit lustigen Ansagen und Verweisen auf die Stadt Mainz, wo er wohl früher auch mal studieren wollte, das Publikum zum Schmunzeln. Bassist Jens sprang dafür während der Lieder herum und stand auch gerne mal auf dem Schlagzeug. Überhaupt stand das Schlagzeug ziemlich im Mittelpunkt, Christoph schlug darauf ein, als würde darunter sein größter Feind liegen und einmal versammelten sich gleich alle Bandmitglieder darum um mit vereinten Kräften auf Drums und Becken einzudreschen. In meinen Augen machte sie das nur noch sympathischer, ich mag schlagzeugaffine Bands.

Einziger negativer Punkt war schlussendlich nur die Gleichförmigkeit der Songs. Dadurch, dass die elektronischen Elemente auf ein Minimum reduziert waren, und auch der Gesang etwas abfiel im Vergleich zu den Instrumenten, hörten sich viele Lieder doch sehr ähnlich an. Daher passten die lustigen kleinen Plauderpausen zwischen den Songs doch ganz gut rein.

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